Wien. "OMV und Gazprom fixierten Asset-Mega-Deal", hieß es im Dezember 2016. Daraus wurde nun aber ein "Basic Sale Agreement". Der österreichische Öl- und Gasriese wird für seine geplante Beteiligung am großen Urengoy-Gasfeld der russischen Gazprom in Westsibirien doch tief in die Kassa greifen, denn der bisher angedachte Anteilstausch ist vom Tisch. Am Mittwoch haben sich OMV und Gazprom auf eine Kaufvariante verständigt. Die finalen Dokumente sollen Anfang 2019 unterzeichnet werden, teilte die OMV am Mittwochabend mit.

Eine Bezahlung des 24,98-prozentigen Anteils am dortigen Achimov-IV/V-Projekt wird die OMV jedenfalls einen Milliarden-Betrag kosten, vergleicht man den Deal mit bisherigen Transaktionen. Eine "Bezahlung" mit 38,5 Prozent der OMV Norge, wie dies OMV und Gazprom ursprünglich seit dem Jahr 2016 geplant hatten, kommt nicht zustande, die norwegische Tochter hatte sich von Anfang an gegen einen derartigen Asset-Tausch gewehrt.

Finanzielle Lösung
wird angestrebt

"Die OMV wird mit Gazprom jetzt eine finanzielle Lösung ansteuern", sagte OMV-Chef Rainer Seele am Mittwochabend in St. Petersburg. Man werde nicht mehr von einer Entscheidung Norwegens abhängig sein, sondern direkt mit dem russischen Partner verhandeln und auf Basis einer Finanztransaktion den Einstieg in dieses große Gasfeld bekommen. Es sei nur noch in Russland ein Genehmigungsprozess nötig. Die finale Vereinbarung - auch zum Kaufpreis - solle bis zum ersten Quartal 2019 erzielt sein, sagte Seele.

Mit dem Einstieg beim Achimov-Projekt erhält die OMV Reserven von 560 Millionen Barrel Öl-Äquivalent, was dem Fünffachen der OMV-Produktion des Jahres 2016 entsprach.