• vom 09.10.2018, 16:28 Uhr

Österreich


Volksbanken

Unerwarteter Geldregen




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  • Abbauerlös aus der alten ÖVAG ist bereits dreizehnmal höher als erwartet.



Wien. Der Abbau der Ex-Krisenbank ÖVAG (Österreichische Volksbanken AG) wird Staat und Volksbankern keine neuen Verluste, sondern einen unerwarteten Geldregen bescheren. Die Altlasten aus Krediten, Wertpapieren und in der ÖVAG-Bad Bank Immigon zum Verkauf geparkten Firmen wurden weitestgehend abgebaut. Mit den Verwertungen ist zur Zeit dreizehnmal mehr in der Kassa als bei Beginn des Abbaus Mitte 2015 erwartet.

Das ist gut für den Staatshaushalt. Die ehemalige Volksbanken AG musste 2009 und 2012 mit rund 1,25 Steuermilliarden vom Staat aufgefangen werden. Mitte 2015 wurde sie zerschlagen, der "gute Teil" ging an die Volksbank Wien. Mit der ÖVAG-Resteverwertung begann die Immigon.


Immigon schon mit
674 Millionen Eigenkapital

"Da kommt schon was zurück", sagt Immigon-Chef Stephan Koren. Anfangs wurde geschätzt, dass im Abbauvehikel bestenfalls um die 50 Millionen Euro Eigenkapital (de facto als Liquidationserlös) überbleiben werden.

Immigon-Chef Stephan Koren.

Immigon-Chef Stephan Koren.© apa/H. Punz Immigon-Chef Stephan Koren.© apa/H. Punz

Tatsächlich enthält die Bilanz der Immigon Portfolioabbau AG schon Ende 2017 rund 674 Millionen Euro Eigenkapital. Damit stand man beim gut Dreizehnfachen des Angenommenen. Wie viel es am Schluss wird, hänge davon ab, wie die Ergebnisse heuer und 2019 aussehen werden, so Koren, und wie viel die Liquidation abschließend kostet.

Geldpolitik der EZB
half bei Verkäufen

Jedenfalls seien die Erwartungen deutlich übertroffen worden. "Es ist wirklich gut gelaufen", sagte der Immigon-Chef im Gespräch mit der APA. Alles sei gut vorbereitet gewesen. Bei Assetverkäufen sei letztlich die EZB-Politik zupassgekommen, womit die Preise stark angezogen haben und Investoren in Assetklassen investiert hätten, die sie einige Jahre zuvor nicht einmal geschenkt genommen hätten. Damit hätten sich Abschläge in Grenzen gehalten. Für Koren sozusagen "collateral profits" der EZB-Geldpolitik nach der Krise.

Noch ausstehende Anleihen werden bei Endfälligkeit vollständig getilgt. "Der wirtschaftliche Abbau der Immigon ist jetzt schon de facto abgehakt", resümiert Koren - und dies anders als bei anderen Abwicklungen ganz ohne staatliche Garantien.

"Bis das Licht endgültig abgeschaltet ist, wird es noch dauern." Die Überlegungen gehen in die Richtung, 2019 die Liquidation zu eröffnen. Eine Löschung aus dem Firmenbuch geht rechtlich erst, wenn die letzten Verbindlichkeiten und Gewährleistungen beendet sind. Zum Beispiel geht es da auch um Verpflichtungen für ehemalige ÖVAG-Pensionisten, die in die Immigon übernommen wurden. Ein Großteil der einst 200 Pensionisten hat sich aber schon auszahlen lassen.

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Dokument erstellt am 2018-10-09 16:39:41


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