• vom 10.10.2018, 17:18 Uhr

Österreich

Update: 10.10.2018, 17:42 Uhr

Erneuerbare Energie

Energiewende ohne Alternative




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  • EU muss auf Erneuerbare Energie setzten, um global noch eine Innovatoren-Rolle zu spielen.

Wegen der Volatilität der Erneuerbaren Energien müssen die Netze in der gesamten EU ausgebaut werden. - © APAweb, dpa-Zentralbild, Arifoto Ug

Wegen der Volatilität der Erneuerbaren Energien müssen die Netze in der gesamten EU ausgebaut werden. © APAweb, dpa-Zentralbild, Arifoto Ug

Salzburg. (dg) Wenn die EU global eine Innovatoren-Rolle spielen will und sich ökonomisch und technologisch nicht von den USA und China abhängen lassen will, dann muss sie auf den Ausbau Erneuerbarer Energien setzen. Darin waren sich die Diskussionsteilnehmer der Konferenz der Regionen und Städte Europas in Salzburg einig. Dazu brauche es eine EU-weite Klima- und Energiestrategie, die "nicht durch nationale semi-populistische Maßnahmen konterkariert wird", sagte dazu Florian Ermacora von der Generaldirektion für Energie in der EU-Kommission.

Um das zu erreichen, brauche es ein neues Finanzierungsmodell für Erneuerbare Energieträger, sind sich Ermacora und Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber einig. Dabei müsse man weg von staatlichen Subventionsmodellen hin zu einer "marktkonformen" Lösung. "Die Vollkosten für eine Megawattstunde Erneuerbare Energie betragen 55 Euro. Die müssen auch hereinkommen", sagt Anzengruber. Dabei müsse auch die Rolle des Konsumenten gestärkt werden.


Eine Belastungsprobe für die Energiewende und die Versorgungssicherheit könnten die bestehenden Netze werden. "25 Prozent unserer (der kroatischen, Anm.) Wirtschaftsleistung kommen aus dem Tourismus. Wir müssen die Belastungen zu Spitzenzeiten reduzieren", sagte Ivo Milatic, Staatssekretär im krotaischen Umweltministerium.

Wegen der Volatilität der Erneuerbaren Energien müssen die Netze in der gesamten EU ausgebaut werden. Dabei wird Gas in Zukunft wohl eine bedeutendere Rolle spielen, und zwar als Überbrückungsenergie bei Engpässen. Außerdem sei es wichtig, "den Strom dort zu produzieren, wo er auch tatsächlich gebraucht wird", meint Anzengruber. Das wurde im Zuge des Atomausstiegs in Deutschland zu einem Problem. Dort wird sehr viel Windstrom im Norden des Landes produziert, der aber nur schwer zur energieintensiven Industrie in den Süden gebracht werden kann.

Kostenrealität
Damit die Erderwärmung wie im Pariser Klimaabkommen vereinbart auf zwei Grad Celsius gedrosselt wird, müssen die CO2-Emissionen bis 2050 quasi auf null gedrosselt werden. Das bedeutet, dass fossile Brennstoffe weitgehend durch CO2-neutrale Energieträger ersetzt werden müssen. Dabei müsse man aber nicht nur bei der Industrie, sondern auch bei der Mobilität und beim Verbraucher ansetzen.

Das Argument, dass sich Erneuerbare Energie nur dank Subventionen rechne, lässt Nebosja Nakicenovic vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse nicht gelten. "Wir brauchen eine Kostenwahrheit", sagt auch Anzengruber. Preise man nämlich die Folgekosten etwa für die Lagerung von Atommüll oder die Umweltschäden, die durch Kohleabbau entstehen, mit ein, dann seien diese Energieträger auch nicht rentabel.

Tatsächlich ist es schon jetzt in der EU nicht mehr erlaubt, den Bau von Atom-, Gas- oder Kohlekraftwerken staatlich zu fördern.

Außerdem begebe mittlerweile keine Bank mehr einen Kredit für die Errichtung solcher Energieträger. Damit reagiert auch der Finanzmarkt auf die Energiewende. Wohingegen Investitionen in Erneuerbare Energieträger mittlerweile als lukrativ angesehen werden. Zahlreiche Autohersteller setzen verstärkt auf Elektromobilität und arbeiten an leistungsstärkeren Elektromotoren.

Der heimische Stahlerzeuger Voest will in Zusammenarbeit mit dem Verbund und Siemens bald die erste Wasserstofffabrik Österreichs eröffnen. Dort soll erstmals CO2-neutraler Wasserstoff statt fossiler Brennstoffe in der Stahlerzeugung eingesetzt werden.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-10-10 17:27:35
Letzte Änderung am 2018-10-10 17:42:30


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