Genf/Wien. (kle) Österreich ist im diesjährigen Ranking des World Economic Forum (WEF) in puncto Wettbewerbsfähigkeit vom 21. auf den 22. Platz abgerutscht. Untersucht wurden 140 Länder. Trotz brummender Konjunktur konnte Österreich keinen Boden gutmachen, liegt aber immer noch im oberen Drittel. "Österreich hat eigentlich beste Voraussetzungen für einen Platz unter den Top 10", sagt Agenda-Austria-Ökonom Hanno Lorenz. "Dieses Ziel sollte sich die Regierung setzen."

21 Länder liegen bei der Wettbewerbsfähigkeit also vor Österreich. An der Spitze finden sich unverändert die USA, gefolgt von Singapur, Deutschland und der Schweiz.

In seinem aktuellen "Competitiveness Report" hat das WEF auch eine Rangliste veröffentlicht, die abbildet, inwieweit die Bürokratie die Tätigkeit von Unternehmen im Land erschwert. Österreich schafft es hier mit Platz 63 nur ins Mittelfeld. Länder der europäischen Referenzgruppe wie die Schweiz (8.), Deutschland (7.) oder Finnland (11.) schneiden deutlich besser ab. Was etwa die Gründung einer Firma betrifft, so dauert es in Österreich 21 Tage, bis alle Behördenwege erledigt sind. Im WEF-Ranking bedeutet dies nur Platz 103. Dass es mit jeweils 3,5 Tagen wesentlich rascher gehen kann, zeigen kleine Länder wie Dänemark und Estland.

Reformbedarf gibt es auch am Arbeitsmarkt. Noch vor wenigen Jahren nahm Österreich den Spitzenplatz mit der niedrigsten Arbeitslosenquote in der EU ein. Inzwischen rangiert die Alpenrepublik hier auf Platz 10 unter den 28 EU-Ländern. Im WEF-Ranking ist es Rang 26.