Initiative für Konvertierung
ging von den Regulatoren aus

Im Jahr 2006, am Höhepunkt des Booms bei Fremdwährungskrediten, lag deren Anteil bereits bei etwa einem Drittel des gesamten Kreditvolumens. Private Haushalte waren damals mit 38,8 Milliarden Euro in einer Fremdwährung (primär in Franken) verschuldet. Nachdem die Finanzkrise gezeigt hatte, wie gefährlich die hochspekulativen Fremdwährungskredite sind, veranlassten FMA und OeNB die Banken dazu, die Kunden zur Konvertierung in einen Euro-Kredit zu bewegen, um nicht nur diesen das Risiko vom Hals zu schaffen, sondern auch sich selbst.

Aus Sicht der Aufsichtsbehörden bestanden für die heimischen Institute besonders hohe Ausfallsrisiken bei den Fremdwährungskrediten und damit hohe systemische Risiken für den gesamten Finanzsektor im Land. Die empfohlenen Konvertierungsmaßnahmen sollten jedenfalls verhindern, dass es für Franken-Kreditnehmer noch schlimmer kommt und eine mögliche, daraus resultierende Welle von Privatinsolvenzen die Banken in Schieflage bringt. Sowohl die Kreditnehmer als auch die Kreditgeber sollten nicht mehr auf einem Pulverfass sitzen, so die Intention von FMA und OeNB.

Nach Ausbruch der Finanzkrise hieß es, dass Frankenkreditnehmer im Durchschnitt Darlehen von 120.000 bis 130.000 Euro aufgenommen hätten. Jene, die ihren Frankenkredit im Jahr 2008 abgeschlossen und bisher nicht in einen Euro-Kredit umgewandelt haben, sind mit den größten Deckungslücken konfrontiert (siehe Grafik). Ihre Schuldenlast hat sich trotz der oben erwähnten Euro-Aufwertung nahezu verdoppelt.

Aufseher der Nationalbank
sind mittlerweile entspannt

Zuletzt haftete hierzulande "nur" noch ein Kreditvolumen von rund 15 Milliarden Euro in Franken aus. In der Nationalbank gibt man sich deshalb bereits seit Längerem entspannt. "Das Risiko für die Finanzmarktstabilität in Österreich aus den Franken-Krediten wurde in den vergangenen Jahren auf unsere Initiative - und die der FMA - schon massiv reduziert", heißt es dort. "Wir sehen dieses Risiko als begrenzt an, und es ist beherrschbar."

Im ersten Quartal 2018 haben die an Private vergebenen Fremdwährungskredite laut der Finanzmarktaufsicht alles in allem 15,65 Milliarden Euro ausgemacht (aktuellere Zahlen sind derzeit nicht verfügbar). Der Großteil davon entfiel mit 96,2 Prozent auf den Schweizer Franken, der Rest fast komplett auf Japanische Yen. Seit der Verhängung des Neuvergabe-Stopps vor zehn Jahren sowie den Begleitmaßnahmen zur Risikobegrenzung bei bestehenden Krediten ist das bei Privaten aushaftende Fremdwährungskreditvolumen wechselkursbereinigt um mehr als zwei Drittel geschrumpft.