Wien. Das Wirtschaftswachstum in Österreich hat nach Einschätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) heuer mit einem Plus von 3 Prozent seinen Höhepunkt überschritten. Für 2019 bis 2023 erwartet das Wifo in seiner mittelfristigen Prognose einen durchschnittlichen BIP-Zuwachs von 1,7 Prozent - immerhin um einen viertel Prozentpunkt mehr als im Euroraum.

Geschuldet sei die günstigere Konjunkturentwicklung in Österreich zum einen der besseren Ausgangslage im Jahr 2018 und zum anderen der stärkeren Konsumnachfrage vor allem in den Jahren 2019 und 2020. Diese sei auf die Steuerentlastung der privaten Haushalte durch den Familienbonus zurückzuführen, der im kommenden Jahr rund 400 Millionen Euro kosten soll. Die steuerpolitische Maßnahme sieht ab 2019 einen Steuerbonus von bis zu 1500 Euro pro Kind vor.

Das Wachstum der Staatsausgaben wird im Durchschnitt der Jahre 2019/2023 mit 2,9 Prozent angenommen. Dabei wird für Bund, Länder und Gemeinden eine hohe Ausgabendisziplin unterstellt und nur eine mäßige Ausweitung von Verwaltungsausgaben und Förderungen angenommen. Ein deutlicher Ausgabenzuwachs wird aufgrund der demografischen Entwicklung bei den Sozialleistungen erwartet.

Das Steuer- und Beitragsaufkommen wird nach Berechnungen des Wifo jährlich um 3,1 Prozent wachsen. Ab 2019 wären sogar Überschüsse im Staatshaushalt möglich, falls keine wesentlichen wirtschaftspolitischen Änderungen vorgenommen werden. Die Staatsschuldenquote würde in diesem Szenario von 74,1 Prozent im Jahr 2018 auf knapp 60 Prozent im Jahr 2023 sinken.

Ausweitung
der Beschäftigung

Die wirtschaftliche Expansion ermögliche in Österreich bis einschließlich 2020 eine Ausweitung der Beschäftigung über dem Arbeitskräfteangebot. Damit gehe ein Rückgang der Arbeitslosenquote (laut AMS-Definition) auf 7,2 Prozent einher. Ab dem Jahr 2021 dürfte das Arbeitskräfteangebot wieder stärker als die Nachfrage zunehmen. Bis zum Ende des Prognosehorizonts wird ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf 7,5 Prozent erwartet.

Die Teuerung wird sich nach Ansicht der Ökonomen mit 2 Prozent pro Jahr gegenüber der vorangegangenen Fünfjahresperiode etwas verstärken. Für den Prognosezeitraum wird mit einer Inflationsentwicklung etwa im Gleichklang mit dem Euroraum gerechnet. Für die Lohneinkommen pro Kopf wird ein Zuwachs von 2,3 Prozent pro Jahr erwartet.