Wien. (red) Am Dienstag fand die erste Runde der Verhandlungen rund um den Kollektivvertrag 2019 für Angestellte und Lehrlinge im Einzel-, Groß- und Kfz-Handel statt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer trafen in der Wirtschaftskammer in Wien zusammen und übergaben einander die Forderungen. Dabei wollte keine Seite einen Zielwert für das Lohnplus für die rund 420.000 Handelsbediensteten nennen.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich auf die heranzuziehende Inflationsrate von zwei Prozent zwischen Oktober 2017 und September 2018 geeinigt. Einfach werden wohl auch diese Lohnverhandlungen nicht. Wegen der im September in Kraft getretenen Arbeitszeitflexibilisierung erwarten die Angestellten ein deutliches Lohnplus. "Ich rechne mit sehr schwierigen Verhandlungen", sagte die Arbeitnehmer-Verhandlerin und Wirtschaftsbereichssekretärin der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Anita Palkovich, zur APA.

Handel unter Druck

Arbeitgeber-Verhandler Peter Buchmüller, Obmann der WKÖ-Bundessparte Handel, will "grundsätzlich über alles reden". Rahmenrechtliche Themen könne man aber das ganze Jahr verhandeln, bei den KV-Verhandlungen gehe es vorrangig um die Gehaltsentwicklung, sagte Buchmüller zur APA. Er meinte, dass es dem Handel, anders als in anderen Branchen, nicht besonders gut gehe. Der Umsatz sei im ersten Halbjahr um 0,6 Prozent zurückgegangen.

Im Handel gelten derzeit zwei Kollektivverträge (KV) - der alte und der neue. Der KV-alt sieht einen Bruttomindestlohn von 1586 Euro pro Monat vor, der neue 1636 Euro brutto. Im Vorjahr einigten sich beide Seiten auf ein Lohnplus von 2,35 bis 2,6 Prozent. Heuer zeichnen sich jedenfalls, wie auch bei den Metallern, harte Verhandlungsrunden ab.