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Wien. (kle/reu) Der gestiegene Ölpreis, niedrigere Produktionskosten sowie eine höhere Förderung haben dem Wiener Öl- und Gaskonzern OMV zu einem Gewinnschub verholfen. Der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (CCS Ebit) legte im dritten Quartal gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal um 31 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zu, wie aus dem jüngsten Aktionärsbrief des teilstaatlichen Unternehmens hervorgeht.

Die OMV hat damit die Erwartungen von Analysten übertroffen, die im Durchschnitt mit 929 Millionen Euro gerechnet hatten. Konzernchef Rainer Seele sprach vom besten Ergebnis seit zehn Jahren, "wenn wir alle Sondereffekte weglassen". An der Wiener Börse kamen die Zahlen gut an. In der Spitze verteuerte sich die OMV-Aktie am Mittwoch um gut sechs Prozent auf 49,79 Euro.

Rund lief es für den größten Industriekonzern des Landes zuletzt vor allem im Geschäft mit der Suche und Förderung von Öl und Gas. Leicht rückläufig war hingegen das Raffineriegeschäft.

Ölpreis-Prognose angehoben

Im sogenannten Geschäftsbereich Upstream stieg der operative Gewinn (CCS Ebit) um 84 Prozent auf 554 Millionen Euro. Zum einen profitierte die OMV von den höheren Öl- und Gaspreisen (ihre Prognose für den durchschnittlichen Brent-Rohölpreis im laufenden Jahr hob sie im Übrigen von 70 auf 74 Dollar je Fass an). Zum anderen habe sich positiv ausgewirkt, dass die Produktionskosten um 22 Prozent auf 6,8 Dollar je Barrel gesunken seien.

Ihre Öl- und Gasförderung steigerte die OMV dank höherer Beiträge aus Russland und Libyen. Gegenüber dem Vorjahresquartal legte die Gesamtproduktion im dritten Quartal um fast ein Fünftel auf 406.000 Fass pro Tag. Zum vorherigen Quartal ging die Produktion aber unter anderem wegen Wartungsarbeiten in Russland sowie des Verkaufs von Unternehmensteilen in Pakistan leicht zurück. Für das Schlussquartal erwartet die OMV aufgrund des Produktionsstarts von zwei Feldern in Abu Dhabi und des Feldes Aasta Hansteen in Norwegen wieder einen Anstieg, leicht über der Produktion des ersten Quartals, in dem 437.000 Barrel pro Tag gefördert wurden. Für das Gesamtjahr rechnet die OMV unverändert mit einer Förderung von durchschnittlich 420.000 Fass pro Tag.