• vom 02.07.2015, 19:51 Uhr

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Libro schafft Trendwende




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  • Erstmals seit Jahren hat der Einzelhändler seinen Umsatz wieder gesteigert, Schwesterfirma Pagro zieht es nach Deutschland.

In neuem Design: Die Modernisierung der Filialen und ein neues Sortiment zahlen sich aus.

In neuem Design: Die Modernisierung der Filialen und ein neues Sortiment zahlen sich aus.© Libro In neuem Design: Die Modernisierung der Filialen und ein neues Sortiment zahlen sich aus.© Libro

Wien. (kill) Der Umbau der Filialen hat sich für Libro bezahlt gemacht: Zum ersten Mal seit Jahren hat der Einzelhändler unter dem Dach der MTB-Gruppe von Josef Taus den Umsatz gesteigert. Um ein knappes Prozent ist der Umsatz der 240 Libro-Filialen mit 1400 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2014/15 flächenbereinigt - mit einer Filiale weniger als im Jahr zuvor - gestiegen. Auch absolut gab es ein Plus, sagt Martin Waldhäusl, Geschäftsführer der MTH Retail Gruppe. Mehr Daten werden nicht bekanntgegeben. Bei der Profitabilität von Libro spricht der Taus-Schwiegersohn von einem "Sprung nach vorne".

Die Hälfte der Filialen wurde bisher umgebaut, die Schwerpunkte im Sortiment liegen auf Schule, Schenken, Unterhaltung und "Technik to go" (Handys und Zubehör). MTH übernahm Libro nach der Pleite 2002, zur Gruppe gehören auch Pagro, Pfennigpfeiffer und Mäc Geiz in Deutschland.


Pfennigpfeiffer soll in Deutschland zu Pagro werden
Pagro (137 Filialen) soll in den nächsten zwei bis drei Jahren in Deutschland expandieren. Da das Sortiment aus Schul- und Büroartikeln, Papier- und Haushaltswaren den deutschen Pfennigpfeiffer-Märkten ähnlich ist, könnte Pfennigpfeiffer in Pagro aufgehen, so Waldhäusl. Die Ladengestaltung der 100 Pfennigpfeiffer-Filialen wurde bereits an jene von Pagro angepasst.

Schärfere Konkurrenz bekommen Libro und Pagro durch Anbieter mit ähnlichem Sortiment wie den Drogeriehändler Müller und den Diskonter Tedi, beide aus Deutschland. "Internationale Anbieter breiten sich stärker aus", sagt Waldhäusl. Auch der Einzelhändler Tiger aus Dänemark, der vor kurzem das erste Geschäft in Wien eröffnet hat, ist auf der Suche nach weiteren Standorten. Der Händler, der mit 471 Läden in 27 Ländern präsent ist, bietet Haushaltswaren, Küchenprodukten und Bürobedarf an.

"Klassische Retailer tun sich schwer mit Onlinehandel"
Onlineshops werden zunehmend zu einer größeren Konkurrenz. "Klassische Retailer als Logistiker tun sich schwer mit Onlinehandel", gibt Waldhäusl zu. Der vor zwei Jahren gestartete Libro-Onlineshop mache einen Umsatz in der Größenordnung von drei Filialen, der Anteil am Gesamtumsatz liege im einstelligen Prozentbereich. Zum Vergleich: Der Umsatz im Bipa-Webshop entspricht laut Firmenangaben vom April jenem von sechs gut gehenden Filialen. Nach dem Vorbild des Onlineriesen Amazon soll auch Libro eine breitere Auswahl, etwa bei DVDs, anbieten. Zudem arbeite man an "Click and collect", also der Möglichkeit, im Internet Produkte zu bestellen und sie in einer Filiale abzuholen. Bei Pagro können seit Februar nicht nur Geschäfts-, sondern auch Privatkunden bestellen.

Seine Filialanzahl von 250 auf 262 gesteigert hat im abgelaufenen Geschäftsjahr der deutsche Diskonter Mäc Geiz. Heuer sind 20 neue Standorte geplant.

Ingesamt steigerte die MTH Retail Gruppe 2014/15 (per Ende Februar) ihren Umsatz um 2,9 Prozent auf 623,6 Millionen Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) stieg von 15,6 auf 16,5 Millionen Euro. "Im Handel wachen die Bäume nicht in den Himmel", ist Waldhäusl zufrieden.

Wachsen will die Gruppe in Westdeutschland, dort sieht der ehemalige ÖVP-Politiker Taus sechs potenzielle Übernahmekandidaten. An einem Kauf von Palmers, Jello oder Shoe4You bestehe hingegen kein Interesse, so Waldhäusl. Die MTB-Gruppe hat seit der Wirtschaftskrise ihre Expansion zurückgeschraubt und konzentriert sich nun auf kleinere Deals. Zum Taus-Imperium zählt die Print & Verlag Gruppe, Designa und Axess im Bereich Zutrittskontrolle und Krause & Maurer im Werkzeugmaschinenbau für die Autoindustrie. Der Umsatz stieg 2014/15 von 772,1 auf 793,5 Millionen Euro, das Jahresergebnis wuchs um vier Millionen auf 13,2 Millionen Euro.




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Dokument erstellt am 2015-07-02 16:56:06
Letzte Änderung am 2015-07-02 17:05:16



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