• vom 20.07.2017, 16:24 Uhr

Unternehmen

Update: 20.07.2017, 16:36 Uhr

Eigentümer

Streit um das Familienunternehmen




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Von Thomas Pressberger

  • Machtverlust und Angst um das Lebenswerk sind die häufigsten Gründe, warum Eigentümer nicht loslassen können.

Eigentümern von Familienunternehmen fällt es oft schwer, das Zepter abzugeben. - © fotolia/contrastwerkstatt

Eigentümern von Familienunternehmen fällt es oft schwer, das Zepter abzugeben. © fotolia/contrastwerkstatt

Wien. Familienunternehmen haben eine eigene DNA, einen eigenen Spirit und eine eigene Kultur. Das macht sie glaubwürdig und authentisch, was ihnen oft eine eigene Faszination verleiht. Meist geht es nicht um Gewinnoptimierung, sondern um nachhaltiges Denken und um die nächste Generation. Eine gelungene Übergabe eines Familienunternehmens hängt zu einem großen Teil vom Wollen der Betroffenen ab, sagen Unternehmensberater. "Wenn einer nicht will, dann kann die Übergabe scheitern, auch wenn alle anderen an einem Strang ziehen", sagt Andrea Zinober, auf Unternehmensrecht spezialisierte Rechtsanwältin.

Im Laufe des Beratungsprozesses müsse man herausfinden, wer die Probleme verursache. Oft habe jemand, der über Jahre ein Unternehmen aufgebaut habe, Angst vor einem Machtverlust. "Dieser kann das meistens gar nicht aussprechen, weil er es selber noch nicht weiß", sagt Zinober. Die Wertschätzung seines Werkes oder Zusicherungen, dass ihm regelmäßig berichterstattet werde, könne in solchen Fällen helfen.


Frage des Geldes
Nicht selten gehe es auch schlicht und einfach ums Geld. Meist seien alle Familienmitglieder am Unternehmen beteiligt. "Jene, die die Macht haben, beschneiden oft nicht nur die Macht der anderen, sondern auch das Geld", sagt Zinober. Es gebe Fälle, in dem einem Familienmitglied Geschäftsführerposten mehrerer Gesellschaften und damit die volle Verantwortung übertragen, ihm aber nur ein KV-Mindestgehalt zugestanden wurde. Eigentümer, die nicht loslassen können oder die Übergabe blockieren, könnten oft nur durch einen Anstoß von außen auf ihre Ressentiments aufmerksam gemacht werden und diese dadurch erst erkennen. Dieser Schritt sei wichtig, andernfalls würden ihnen Entscheidungen wie Gerichtsurteile vorkommen, die dann erst wieder bekämpft würden. Oft seien die Eigentümer für Argumente anderer nicht zugänglich. Doch was vorher funktioniert hat, muss nicht in der Übergabesituation funktionieren. Früher sei oft der Mann als Unternehmenschef aufgetreten, während die Frau sich um die Finanzen gekümmert habe und trotz gleichwertiger Funktion im Hintergrund geblieben sei. Dieses Rollenverhältnis ändere sich, jene Frauen und Töchter seien aber noch nicht in der Übergabe-Situation.

Die Angst, dass es mit dem Unternehmen nach der Übergabe bergab gehen könnte, sei in den meisten Fällen unbegründet. Berater müssen laut Zinober gut zuhören können, sehen, wie die Kommunikation aussieht, zum richtigen Zeitpunkt eingreifen und die Leute hin und wieder auseinanderschicken. "Und natürlich sagen, was rechtlich möglich ist", sagt Zinober. "Betroffene sollten so rasch wie möglich Berater aufsuchen, spätestens, wenn die ersten Gespräche gescheitert sind", sagt Zinober. Die meisten hätten dafür ein Bauchgefühl. "Die Betroffenen müssen es aber auch machen wollen. Wenn jemand nicht will, dann hilft die beste Beratung nichts", sagt Zinober.

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Dokument erstellt am 2017-07-20 16:30:09
Letzte Änderung am 2017-07-20 16:36:05



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