• vom 26.02.2018, 13:35 Uhr

Unternehmen

Update: 26.02.2018, 15:08 Uhr

Digitalisierung

Mittelstand meets Start-up




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Von Andrea Möchel

  • Experten verraten, wie beide erfolgreich kooperieren können.


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Berlin. Irgendwo da draußen gibt es ein Start-up, das gerade dabei ist, seinen Revolver mit einer Kugel zu laden, auf der der Name Ihres Unternehmens steht. Dieser Kugel können Sie nicht ausweichen. Deswegen müssen Sie als Erster schießen!" Diese drastische Warnung des Unternehmensberaters Gary Hamel an etablierte Firmen ist 20 Jahre alt und trotzdem zeitgemäßer denn je. Grund ist die Digitalisierung, die derzeit fast alle Unternehmen unter steigenden Innovationsdruck bringt. Mittelgroße Betriebe suchen daher immer öfter die Zusammenarbeit mit Start-ups, um im digitalen Wettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren.

"Start-ups werden in Zukunft einen entscheidenden Einfluss auf die europäische Wirtschaft haben. Ihre Präsenz hilft dem Mittelstand, in den digitalen Wettlauf einzusteigen - und umgekehrt. So entsteht eine gesunde Symbiose, die europäische Firmen dabei unterstützt, sich in der globalen Digitalwirtschaft stark zu positionieren", prophezeit Philipp Leutiger, Partner des Beratungsunternehmens Roland Berger im Rahmen einer Studie des Alexander von Humboldt-Instituts für Internet und Gesellschaft (HIIG).


Doch wie kann die Kooperation zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups funktionieren? Und welche Kollaborationsmodelle sind am besten geeignet? Diese und andere Fragen versuchen Wissenschafter des Berliner HIIG in ihrer Untersuchung "Kooperationen zwischen Start-ups und Mittelstand" zu beantworten.

Berührungsängste
Gleich zu Beginn identifizieren die Studienautoren Martin Wrobel, Thomas Schildhauer und Karina Preiß die spezifischen Probleme des Mittelstands. "Im Gegensatz zu großen Konzernen haben die meisten Mittelständler keine eigenen Unternehmenseinheiten, die sich ausschließlich mit Innovations-Themen beschäftigen, und sie sind weniger risikofreudig als Start-ups", so Wrobel. Dazu fehlt es Start-ups und Mittelständlern häufig an gegenseitigem Verständnis. Zwar bestehen beim Mittelstand bezüglich Start-ups verschiedene positive Assoziationen wie Mut und Kreativität, aber auch viele negative wie Pleitenanfälligkeit und hohes Risiko.

Dem nicht genug, treffen mit Start-ups und Mittelständlern zwei unterschiedliche Generationen aufeinander. "Start-up-Gründer sind mit dem Internet aufgewachsen und setzten beim Aufbau ihrer Firmen auf agile Methoden. Mittelgroße Unternehmen sind hingegen oft familien- oder eigentümergeführt", so Wrobel.

Doch es gibt auch Gemeinsamkeiten, zum Beispiel die Kundenzentriertheit und die Konzentration auf Nischenmärkte. "Zudem sind die Größenunterschiede geringer als zwischen Start-ups und Großkonzernen. Noch dazu werden Start-ups sowie Mittelständler häufig von starken Gründer- und Inhaberpersönlichkeiten geführt. Dies sind aus unserer Sicht gute Voraussetzungen für vielversprechende Partnerschaften", machen die HIIG-Experten Mut zur Zusammenarbeit.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-26 13:38:33
Letzte Änderung am 2018-02-26 15:08:32


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