• vom 12.07.2018, 15:52 Uhr

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Kein süßes Leben bei Agrana




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  • Preisverfall bei Zucker setzt Konzern im ersten Geschäftsquartal zu: Betriebsgewinn halbiert.

Wegen des niedrigen Zuckerpreises sind die Kosten in den Agrana- Fabriken - auch in Tulln (Bild) - auf dem Prüfstand. - © apa/Agrana/Schedl

Wegen des niedrigen Zuckerpreises sind die Kosten in den Agrana- Fabriken - auch in Tulln (Bild) - auf dem Prüfstand. © apa/Agrana/Schedl

Wien. (kle) Der tiefe Zuckerpreis macht dem Wiener Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana zu schaffen. Nach dem ersten Quartal des Wirtschaftsjahres 2018/19 (per Ende Februar) blieb im Zuckersegment mit 1,6 Millionen Euro nur ein kleiner operativer Gewinn übrig, noch im gleichen Vorjahresquartal hatte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) 18,1 Millionen betragen. Diese massive Gewinnschmelze war auch der Grund, warum das Ebit im gesamten Agrana-Konzern um 47 Prozent auf 37,0 Millionen Euro einbrach und sich somit fast halbierte. Der Umsatz fiel mit 630,3 Millionen Euro (minus 7,9 Prozent) ebenfalls schwächer aus.

Preis-Misere bleibt vorerst
Konzernchef Johann Marihart erwartet auch für das kommende Jahr "keine wesentliche Entspannung" am Zuckermarkt. Das Ende der Zuckerproduktionsquoten in der EU im Herbst 2017 habe zu einer "euphorischen Produktionszunahme" geführt, sagte der Manager am Donnerstag der Austria Presse Agentur. Gleichzeitig seien die Preise für Weißzucker am europäischen Terminmarkt auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren abgestürzt.


Die Zuckerproduktion drosseln will Agrana trotzdem nicht. Marihart zufolge sollen die Kapazitäten und Flächen gehalten werden. Es gelte, "die schwierige Phase durchzutauchen" - wobei der Agrana-Boss für die Zuckersparte auch Verluste in den kommenden Quartalen nicht ausschließen will. Man arbeite aber daran, die Kosten in den Zuckerfabriken weiter zu senken, so Marihart.

Fruchtsparte mit viel Potenzial
Für die aufstrebende Konzernsparte Fruchtzubereitungen sieht Marihart vor allem in den Schwellenländern große Wachtsumschancen. In Asien etwa würden die Konsumenten immer öfter zu Fruchtjoghurts greifen und Molkereien immer stärker Agrana-Fruchtzubereitungen nachfragen. Anfang Juli hat der börsennotierte Konzern den Kauf von 49 Prozent an der algerischen Firma Elafruits bekanntgegeben.

Für das Geschäftsjahr 2018/19 rechnet Agrana mit stabilen Konzernumsätzen, beim Ebit aber mit einem "deutlichen Rückgang". Zuletzt hatte das Unternehmen, an dem Raiffeisen eine substanzielle Beteiligung hält, insgesamt rund 8700 Mitarbeiter und weltweit 59 Produktionsstandorte.




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Dokument erstellt am 2018-07-12 15:58:59


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