• vom 01.08.2018, 21:31 Uhr

Unternehmen


E-Mobilität

Tausche E-Bikes gegen Hotelzimmer




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Von Rosa Eder-Kornfeld

  • Tiroler Start-up Greenstorm punktet mit innovativem Verleihkonzept.

Wirbeln die E-Bike-Szene auf: die Greenstorm-Geschäftsführer Richard Hirschhuber und Philipp Zimmermann. - © greenstorm.eu

Wirbeln die E-Bike-Szene auf: die Greenstorm-Geschäftsführer Richard Hirschhuber und Philipp Zimmermann. © greenstorm.eu

Söll/Wien. Was haben leere Hotelzimmer und gebrauchte E-Bikes gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Das Tiroler Start-up Greenstorm Mobility jedoch hat eine Kombination geschafft und daraus ein innovatives Geschäftsmodell entwickelt. Das Unternehmen aus Söll in Tirol kauft die neuesten Modelle von Top-E-Bike-Herstellern an und verleiht sie eine Saison lang an Hotels. "Bezahlt" wird mit Zimmergutscheinen für die Zeit außerhalb der Hochsaison, die Greenstorm auf Internetplattformen stark verbilligt weiterverkauft. Der Vorteil für die Hotellerie liegt auf der Hand: Zimmer, die ansonsten leer stehen würden, werden gefüllt, die Auslastung erhöht sich.

Die gebrauchten E-Bikes - im Schnitt haben sie 500 Kilometer auf dem Tacho - werden nach dem Ende der Verleihdauer wieder eingesammelt, gewartet und mit Zwei-Jahres-Garantie auf Akku und Motor unter anderem an den Fachhandel verkauft. Derzeit hat Greenstorm europaweit rund 300 kleine Händler unter Vertrag, die die Second-Hand-E-Bikes weiterverkaufen, ohne selbst Geld in die Hand nehmen zu müssen. Auch der Endkunde profitiert, denn er bekommt ein fast neues Fahrzeug von namhaften Herstellern wie Ghost, KTM, Fantic, Scott, Bergamont etc. zum günstigen Preis.


800 Vertragshotels
in sechs Ländern

Für das branchenübergreifende Verleihkonzept haben die Tiroler bereits zahlreiche Auszeichnungen eingeheimst: Tiroler Innovationspreis in Silber, 4. Platz im Wachstumsranking österreichischer Unternehmen, Österreichischer Innovationspreis Tourismus und zuletzt den German Innovation Award in der Kategorie Excellence in Business to Consumer. "Für uns ist das eine Bestätigung, dass wir mit unserem Geschäftsmodell richtig liegen", sagt Richard Hirschhuber, der das Unternehmen gemeinsam mit Philipp Zimmermann leitet, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

800 Vertragshotels in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Südtirol, Slowenien und Kroatien betreiben derzeit mit Greenstorm den Tausch "E-Bikes gegen Hotelzimmer". Für heuer wird ein Umsatz von 14 Millionen Euro angepeilt. Bis 2020 will Greenstorm 3000 Hotelpartner haben und bis dahin 30.000 E-Bikes, 400 Elektroautos und 150 Ladestationen verleihen sowie 50.000 E-Bikes verkaufen - ein äußerst ambitioniertes Ziel. Im vergangenen Jahr wurden 2600 E-Bikes, 60 Elektroautos sowie 50 Ladestationen verliehen und 3500 gebrauchte E-Bikes abgesetzt.

"Es muss jeder
gewinnen"

Das Geschäftsmodell von Green-storm funktioniere deshalb so gut, weil es eine "Win-win-win"-Situation schaffe. "Es muss jeder gewinnen", betont Hirschhuber. Auch die 574 privaten Investoren, die dem Tiroler Start-up über die Crowdinvestingplattform Conda in mehreren Schritten 1,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt haben, können sich freuen. Sie wurden Ende Mai mit der ersten von insgesamt zehn geplanten Zins- und Tilgungszahlungen beglückt. Das Unternehmen schüttete an sie insgesamt 131.000 Euro aus.

Die Basisverzinsung des investierten Kapitals betrug für die erste Auszahlung 6 Prozent beziehungsweise 6,5 Prozent für Investoren der ersten Stunde. Dazu kam eine Bonusverzinsung von 0,406 Prozent, weil das Unternehmen für den Jahresabschluss 2017/2018 ein positives Betriebsergebnis in Höhe von rund 620.000 Euro verzeichnete.

Um noch mehr Fachhändler anzusprechen, gibt es nun auch pro gebrauchtem E-Bike, das ein Händler für Greenstorm verkauft, ein kostenloses Miet-E-Bike für eine Saison. Damit kann er zusätzlich Mieteinnahmen lukrieren. Das neue Konzept kommt gut an: "Wir haben wöchentlich 50 Neuzugänge", so Hirschhuber.




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Dokument erstellt am 2018-08-01 16:41:20


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