• vom 09.08.2018, 16:41 Uhr

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Update: 09.08.2018, 16:56 Uhr

Kurssturz

RBI vermeldet Gewinnsprung, Aktie rutscht ab




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  • Neue Russland-Sanktionen der USA schickten den Kurs an der Wiener Börse auf Talfahrt.

Es ist noch zu früh zu sagen, welche Unternehmen oder Personen von diesen Sanktionen betroffen sein werden", sagte Bankchef Johann Strobl.

Es ist noch zu früh zu sagen, welche Unternehmen oder Personen von diesen Sanktionen betroffen sein werden", sagte Bankchef Johann Strobl.© APAweb, Herbert Neubauer Es ist noch zu früh zu sagen, welche Unternehmen oder Personen von diesen Sanktionen betroffen sein werden", sagte Bankchef Johann Strobl.© APAweb, Herbert Neubauer

Wien. Die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI) konnte im ersten Halbjahr den Nettogewinn um 29 Prozent auf 756 Millionen Euro steigern. Die von den USA für 22. August angekündigten neuen Sanktionen gegen Russland haben jedoch die RBI-Aktie auf Talfahrt geschickt. Trotz über den Erwartungen gelegenen Ergebnissen brach die Aktie am Donnerstag an der Wiener Börse gut fünf Prozent auf 26,60 Euro ein. Händler begründeten das damit, dass die Sanktionen alles überschatten würden, da Russland der wichtigste Einzelmarkt für die RBI sei und einen wesentlichen Beitrag zum Konzerngewinn liefere.

"Niemand will auf einer Sanktionsliste landen"
Die Tochterbank der RBI in Russland hat im ersten Halbjahr einen Vorsteuergewinn von 303 Millionen Euro (Vorjahr: 308 Millionen Euro) erzielt. Unterm Strich gab es von dort bis Juni einen Konzerngewinn von 237 (nach 241) Millionen Euro. "Unsere Bank in Russland hat ihre Position in Russland gefunden und bewiesen, dass sie gut verdienen kann", so der Vorstand.


Mit einer Bewertung der Sanktionen hielt man sich zurück: "Es ist noch zu früh zu sagen, welche Unternehmen oder Personen von diesen Sanktionen betroffen sein werden", sagte Bankchef Johann Strobl bei der Halbjahres-Pressekonferenz. Die Sanktionen sieht er zwar skeptisch, die Bank werde aber alle Vorschriften einhalten. "Niemand will auf einer Sanktionsliste landen", sagte Strobl. Bisher sei die RBI von den Russland-Sanktionen kaum betroffen. Belastend wirkten aber negative Währungseffekte. Die Abwertung des russischen Rubel gegenüber dem Euro bekam die RBI auch im ersten Halbjahr zu spüren. Das Eigenkapital habe sich dadurch per Ende Juni um 87 Millionen Euro reduziert.



Die RBI, die in insgesamt 13 Ländern tätig ist, zählt neben der italienischen UniCredit und dem österreichischen Rivalen Erste Group zu den größten Kreditgebern in Osteuropa. Der wichtigste Einzelmarkt ist jedoch Russland, wo im ersten Halbjahr ein stabiler Gewinn nach Steuern von 237 Millionen Euro erzielt worden sei.

Den Kursrutsch wollte der RBI-Chef nicht kommentieren. "Das sind Entscheidung unserer Aktionäre. Wenn Sie unsere Ergebnisse ansehen, dann sind diese sehr solide", sagte Strobl.

Profitiert habe die Bank im ersten Halbjahr von einer guten wirtschaftlichen Entwicklung in Osteuropa, einer weiteren Entlastung des Kreditrisikos, einem Rückgang der faulen Kredite und höherer Betriebserträge.

Zurzeit liegt die Quote an notleidenden Krediten (Non Performing Loans/NPL) am Kreditbestand im Gesamtkonzern bei 4,8 Prozent. Ein Zielwert wäre bei 3 bis 4 oder 5 Prozent. Das größte Potenzial, notleidenden Kredite zurückzufahren, gibt es noch in der Ukraine, in Albanien und in Kroatien, wo die NPL-Quoten noch zweistellig sind.

Ergebnis durch Verkauf der polnischen Tochter gedämpft
Gedämpft wurde das Ergebnis des zweiten Quartals durch den Verkauf der polnischen Tochter. In den Zahlen ist nämlich ein erwarteter Verlust von 121 Millionen Euro enthalten, der aus dem Verkauf an die französische BNP Paribas im April stammt. Der Abschluss des Geschäfts werde im vierten Quartal erwartet.

Mittelfristig plant die RBI an ihre Aktionäre Dividendenausschüttungen von 20 bis 50 Prozent des Konzerngewinns. Für 2017 hatte die RBI nach vorherigen drei dividendenlosen Jahren 204 Millionen Euro oder 62 Cent je Aktie an ihre Aktionäre gezahlt, das war eine Quote von 18 Prozent. Die Raiffeisenlandesbanken halten rund 58,8 Prozent an der RBI, der Rest befindet sich im Streubesitz. Innerhalb der Raiffeisen-Bankengruppe ist die RBI das Zentralinstitut der Raiffeisenlandesbanken sowie sonstiger angeschlossener Kreditinstitute und nimmt in dieser Funktion wesentliche Serviceaufgaben wahr.

Im RBI-Konzern betreuen rund 50.000 Mitarbeiter 16,7 Millionen Kunden in mehr als 2400 Geschäftsstellen, der überwiegende Teil davon in CEE.




Schlagwörter

Kurssturz, RBI, Halbjahr, Gewinnanstieg

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-09 16:53:30
Letzte Änderung am 2018-08-09 16:56:43


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