• vom 10.09.2018, 22:31 Uhr

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Marinomed prüft Börsengang




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  • Die Wiener Biotech-Firma braucht Geld für Forschung und Entwicklung.

- © Adobe Stock/Lev Dolgachov

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Wien. (apa/kle) Die Wiener Börse könnte Zuwachs bekommen. Das österreichische Biotech-Unternehmen Marinomed braucht Geld für Forschung und Entwicklung und zieht dafür auch einen Börsengang (IPO) in Betracht. "Wir prüfen alles. Ein IPO (Initital Public Offering, Anm.) ist eine von vielen Finanzierungsmöglichkeiten", so Firmenchef Andreas Grassauer. In Österreich gab es im heurigen Jahr noch keinen Börsengang. Der letzte war jener der Bawag im Oktober 2017.

Die in Wien ansässige Marinomed Biotech AG, 2006 gegründet, hat 33 Mitarbeiter. Im Vorjahr erzielte die Firma einen Umsatz von 4,8 Millionen Euro. Ihr Kapitalbedarf ist jedoch um ein Vielfaches höher: In Forschung und Entwicklung stecke man schnell einmal zweistellige Millionenbeträge, erklärt Grassauer. "Ohne Investitionen kein Fortschritt."


Erfahrung mit der Wiener Börse hat Marinomed bereits. Im vergangenen Jahr holte sich das Unternehmen über Wandelanleihe, die bis 2021 läuft und mit einem Zinskupon von vier Prozent ausgestattet ist, sieben Millionen Euro.

Saudis halten ein Drittel
Die Firma ist auf Atemwegs- und Augenerkrankungen spezialisiert. Der Wirkstoff Carragelose, den sie entwickelt hat, kommt etwa in Nasensprays und Lutschpastillen zur Anwendung. In Österreich sind fünf Produkte unter dem Namen "Coldamaris" erhältlich, die von der Firma Sigmapharm vertrieben werden. Produkte mit Carragelose sind in insgesamt 30 Ländern auf dem Markt.

Ein Drittel der Anteile an Marinomed hält die Acropora Beteiligungs GmbH, hinter der Saudis stehen. Sie ist die größte Aktionärin. Vorstandschef Grassauer und seine Frau Eva sind mit jeweils 13,58 Prozent beteiligt, die staatliche Förderbank AWS mit 10 Prozent und die zu Raiffeisen Oberösterreich gehörende Invest AG mit 10,29 Prozent. Die restlichen Anteile an Marinomed gehören der Vetwidi Forschungsholding sowie Einzelpersonen.

"Nachhaltige Zukunftsbranche"
An der Wiener Börse sind derzeit zwei Pharmafirmen gelistet: Valneva (vormals Intercell) und Sanochemia. Mit Boehringer Ingelheim, Novartis oder MSD Animal Health haben große internationale Pharmakonzerne Niederlassungen in Österreich. "Die Pharmabranche ist eine nachhaltige Zukunftsbranche", sagt Grassauer. "Das Bedürfnis der Menschen, gesund zu sein beziehungsweise alt zu werden, wird es auch noch in 30 Jahren geben." Die Ausgaben für Gesundheit würden jedenfalls kontinuierlich ansteigen. Laut einer jüngsten Studie der Beraterfirma EY könnte sich der Pharmamarkt in Österreich von 2015 bis 2030 von 2,9 auf 5,2 Milliarden Euro Umsatz fast verdoppeln.




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Dokument erstellt am 2018-09-10 17:24:06


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