Für ein Jahr kostenlos untergebracht werden Gründer im Start-up-Zentrum Kubator in Gmünd. - © Kubator
Für ein Jahr kostenlos untergebracht werden Gründer im Start-up-Zentrum Kubator in Gmünd. - © Kubator

Wien. Nur wenige hundert Meter von der tschechischen Grenze entfernt, in der Zweiländerstraße in Gmünd, soll das Silicon Valley im Waldviertel entstehen. Doch statt Konzernen wie Google, Apple, Facebook oder IBM soll das Start-up-Zentrum Kubator Jungunternehmer aus dem Technologiebereich beherbergen - und das ein Jahr lang gratis.

"Wir wollen Jungunternehmern die Möglichkeiten geben, die wir damals nicht hatten", sagt Karl Bauer, Geschäftsführer der auf Glasfaser spezialisierten NBG Holding in Gmünd und einer der Hauptinitiatoren von Kubator. Als einer von sieben Gesellschaftern - allesamt Unternehmer aus dem Waldviertel - will Bauer Jungunternehmern den Schritt von der Geschäftsidee zum erfolgreichen Unternehmen erleichtern.

"Wollen Gründerwelle im Technologiebereich auslösen"

Maximal 45 Personen können spätestens ab Februar 2015 die Büros im neu adaptierten Gebäude in Gmünd beziehen. Die Unterbringung in dem ehemaligen NBG-Gebäude ist in den ersten zwölf Monaten kostenlos. Auf den 1500 Quadratmetern, aufgeteilt auf drei Stockwerke, stehen neben Büros eine Spielecke, eine Bibliothek und ein Fitnessstudio zur Verfügung. Wöchentliche Kurse zu Themen wie Unternehmensführung oder Recht runden das Angebot ab.

Bereits vor der Firmengründung soll innerhalb von maximal zwölf Monaten aus einer Geschäftsidee ein tragfähiger Business-Plan entwickelt werden. Innerhalb dieser Zeit sollten die Jungunternehmer auch einen Investor finden. Schon während der Entwicklungsphase stehen die angehenden Gründer in Kontakt mit möglichen Geldgebern, die den Start des Unternehmens und dessen Wachstum finanzieren können: Monatlich präsentieren die Jungunternehmer ihre Geschäftsideen vor Sponsoren, die den Betrieb des Start-up-Zentrums finanzieren. Um den Betrieb für das erste Jahr zu sichern, haben die Gesellschafter Kapital zur Verfügung gestellt. Nach einem Jahr ziehen die Unternehmer gefördert in die dritte Etage des Kubators oder sie bekommen Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Büro, heißt es von Kubator.

"Wir wollen damit eine neue Gründerwelle im Technologiebereich im Waldviertel auslösen", sagt Uwe Kubat, Geschäftsführer der Kubator GmbH, die sich gerade in Gründung befindet.

Start-ups können sich noch bis 6. Jänner 2015 bewerben

Bis 6. Jänner 2015 können angehende Jungunternehmer über die Kubator-Website ein zweiminütiges Vorstellungs-Video einreichen. Gesucht werden Start-ups vor allem aus Niederösterreich, Wien und der Region rund um Linz sowie aus Tschechien, so Bauer. Wer einen Platz im Kubator ergattert, entscheidet ein Board aus rund 25 Experten.

Die Idee für den Kubator stammt vom Waldviertler Unternehmer Hartwig Tauber, der nach einem Besuch im Silicon Valley eine "an europäische Verhältnisse angepasste Version der Silicon-Valley-Tech-Zentren" entwickelt hat. Geschäftsführer Kubat sieht den Kubator nicht in Konkurrenz mit bestehenden Gründerzentren oder Wirtschaftsparks, sondern als Ergänzung: "Es sollen die Unternehmen aus unserem Kubator sein, die in den nächsten Jahren die Büros der Gründerzentren und die Industrieflächen der Wirtschaftsparks der Region mit Leben erfüllen."

Weitere Infos und Anmeldung: www.kubator.at