Wien. Die Beamten-Gehälter werden mit Verspätung, aber doch angehoben. Der Nationalrat hat am Mittwochnachmittag gegen die Stimmen der FPÖ den mit der Gewerkschaft ausverhandelten Abschluss abgesegnet. Demnach gibt es für die öffentlich Bediensteten ab März ein Plus von 1,4 Prozent, ergänzt um einen Fixbetrag von 14,5 Euro.

Als durchschnittliches Gehaltsplus wurden 1,88 Prozent errechnet, was für Ärger bei den Freiheitlichen sorgte. Denn deren Mandatar Christian Lausch machte darauf aufmerksam, dass dieser Wert nur stimmen würde, wenn die Erhöhung wie üblich am 1. Jänner wirksam geworden wäre. So aber blieben aufs Jahr hochgerechnet nur "läppische" 1,57 Prozent an Erhöhung.

Auch den Grünen ist die Anhebung zu gering ausgefallen. Denn der öffentliche Dienst müsse attraktiv bleiben und dazu gehöre auch eine attraktive Bezahlung, meinte Mandatar Albert Steinhauser. Zugestimmt wurde seitens der Grünen dennoch, ebenso vom Team Stronach, obwohl dessen Abgeordneter Christoph Hagen eine stärkere Anhebung für die kleinen Vertragsbediensteten und eine geringere für die hohen Beamten-Einkommen gewünscht hätte.

Durch die Einmalzahlung wird allerdings ohnehin eine gewisse Spreizung erzielt. Nach Rechnung der Koalition liegt die Gehaltserhöhung zwischen 1,55 Prozent für die höchsten und 2,41 Prozent für die niedrigsten Einkommen. Eine Ausnahme ist, dass es diesmal zu einem Abschluss für zwei Jahre gekommen ist. Im kommenden Jahr werden die Gehälter - ebenfalls ab März - um die Inflationsrate plus 0,1 Prozent erhöht.

Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) zeigte sich mit dem von ihm ausgehandelten Abschluss jedenfalls zufrieden. Er nannte ihn "sinnvoll" und "positiv für alle Mitarbeiter des öffentlichen Diensts", umso mehr als ja auch die Nebengebühren und Zulagen um zwei Prozent steigen. Auch seitens der ÖVP gab man sich erleichtert, die schwierigen Verhandlungen zu einem guten Ende gebracht zu haben. Immerhin waren im Dezember angesichts des Stockens der Gespräche rund 40.000 öffentlich Bedienstete in Wien auf die Straße gegangen, um ihren Anliegen Kraft zu verleihen.