Gerald Mader. - © aspr.at
Gerald Mader. - © aspr.at

Mattersburg. Der frühere burgenländische Kulturlandesrat und Gründer des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung (ASPR) auf Burg Schlaining, Gerald Mader, ist tot. Mader starb am Montag im Alter von 93 Jahren, bestätigte ASPR-Präsident Norbert Darabos einen Bericht des ORF Burgenland.

Mader kam 1926 im niederösterreichischen Payerbach zur Welt. Er studierte Rechtswissenschaften und war in Mattersburg als Anwalt tätig. Als Fred Sinowatz 1971 in die Bundesregierung berufen wurde, holte der damalige SPÖ-Landeshauptmann Theodor Kery Mader als Kultur- und Soziallandesrat in die Landesregierung. In seine Amtszeit fiel unter anderem der Bau von Kulturzentren im Burgenland. Mader stellte die Erwachsenenbildung auf völlig neue Beine und initiierte die "Burgenländische Kulturoffensive".

Vorstand bis 2011

Im Herbst 1984 kam es zum Bruch mit Kery. Mader erklärte seinen Rücktritt und widmete sich ganz dem Aufbau des 1982 gemeinsam mit der damaligen Wissenschaftsministerin Hertha Firnberg gegründeten Österreichischen Instituts für Friedensforschung, dem er bis 2011 vorstand. 2016 verlieh Bundespräsident Heinz Fischer Mader das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

"Ein Friedensvisionär ist von uns gegangen", hieß es am Montag in einem Nachruf des ASPR, das Mader in einer Aussendung als "Visionär für den Frieden" würdigte. Durch sein Lebenswerk, die Gründung des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung, habe er Friedensforschung und Friedensarbeit in Österreich wesentlich mitgestaltet: "All sein Tun war voll Leidenschaft und tiefer Überzeugung, all sein Engagement war das eindrucksvolle Bekenntnis eines Friedensvisionärs."

"Was er geleistet hat, ist einzigartig"

"Er war der Pionier der Idee, die Burg Schlaining zu einem Friedenszentrum auszubauen. Was er geleistet hat, ist einzigartig", würdigte Darabos die Leistungen des Verstorbenen. Mader habe die Friedensidee auf Burg Schlaining implementiert und mit Herzblut versehen. Er habe das Studienzentrum in persönlichem, starkem Einsatz zu einer international renommierten Institution ausgebaut und dafür gesorgt, dass Schlaining sich über die Landesgrenzen hinweg einen Ruf erworben habe.

Das Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung habe sich unter Mader nicht nur zu einer Marke, sondern zu einer ganz wichtigen Drehscheibe in der Friedensforschung entwickelt. "Das kann man ihm nicht hoch genug anrechnen", sagte Darabos weiter.