Werkzeuge, Kabel und Kameras, Seife, Handtücher und Nagelscheren - aber auch Fäkalien, Urinbehälter und Beutel mit Erbrochenem liegen auf dem Mond. - © Foto: NASA
Werkzeuge, Kabel und Kameras, Seife, Handtücher und Nagelscheren - aber auch Fäkalien, Urinbehälter und Beutel mit Erbrochenem liegen auf dem Mond. - © Foto: NASA

Mond. Die Erde - so sauber, so blau und so schön, wenn man sie vom Universum aus betrachtet. Ein ruhiger schöner Planet. Wer nicht das Vergnügen hat, sich auf der internationalen Raumstation ISS einen Blick auf den blauen Planeten zu sichern, der könnte dies vom Mond aus versuchen.

In Bälde sollen ja auch Privatpersonen eine kleine Reise zum Mond machen können. Dabei stellt sich eine Frage - Wissen diese Personen, was sie am Mond sehen werden? Für Alle, die bald zum Mond fliegen oder jene, die es sich überlegen, hier nun die ultimative Wahrheit - der Mond ist schon ziemlich dreckig und wird wohl bald mit dem Mount Everest konkurrieren können.

Wohin bloß mit all den Exkrementen?

Wer kennt diese Situation denn nicht: eine fremde Stadt und ein dringendes Bedürfnis? Doch nicht immer sind öffentliche WC-Anlagen zu finden und wer hat schon immer Kleingeld dabei, um, wie in Venedig seine Notdurft gegen einen Obolus verrichten zu dürfen?

Am Mond und am Mount Everest wiederum, ist die Situation mit öffentlichen WC-Anlagen allem Anschein nach auch keine gute. Und so verwundert es wede im einen, noch im anderen Fall, dass sich die Reste der Nahrungsaufnahme auch an diesen Orten irgendwo sammeln müssen.

Menschheit vermüllt den Planeten - und auch sein kleiner Begleiter ist bereits übersät mit Hinterlassenschaften: Werkzeuge, Kabel und Kameras, Seife, Handtücher und Nagelscheren - aber auch Fäkalien, Urinbehälter und Beutel mit Erbrochenem liegen auf dem Mond.

Nach den Besuchen vom Planeten Erde gleicht der Erdtrabant mancherorts einer Müllhalde. Rund eintausend Dinge hat die Menschheit - allen voran die zwölf Apollo-Astronauten, die den Mond von 1969 bis 1972 betraten - dort bereits zurückgelassen.

Einige der Hinterlassenschaften überraschen besonders. So brachte die Besatzung der legendären "Apollo-11"-Mission neben der goldenen Nachbildung eines Olivenzweigs 1969 eine Diskette voller "Goodwill"-Botschaften "vom Planeten Erde" mit. Astronaut Alan Shepard schlug 1971 einige Golfbälle, um festzustellen, dass sie angesichts geringerer Schwerkraft wesentlich weiter als auf der Erde fliegen. Eine Bibel, die Feder eines Falken sowie 100 Banknoten ließ James Irwin bei der Mission "Apollo 15" zurück. Charles Duke, zehnter Mensch auf dem Mond, entschied sich für ein Familienfoto.

Liste der NASA der Objekte bis 2012

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat die bis 2012 zurückgelassenen Objekte in einer Liste zusammengefasst. Seither brachten weitere Missionen Geräte zum Mond - etwa das chinesische Mondfahrzeug "Yutu" (Jadehase). Anfang 2019 gelang es China zudem als erstem Land der Welt, eine Raumsonde auf der Rückseite des Mondes zu landen.

Der geplante Besuch einer israelischen Raumsonde scheiterte im April: "Beresheet" zerschellte auf der Oberfläche - und liegt dort nun wie viele weitere Sonden, die gewollt oder ungeplant einschlugen. Der erste künstliche Flugkörper, der gezielt auf den Mond krachte, war am 13. September 1959 die Sonde "Lunik 2" der damaligen Sowjetunion.(apa/dpa)