Washington. Wissenschaftler der National Institutes of Health (NIH) in den USA haben zwei Wirkstoffe gefunden, die die Zahl der sterbenden Ebola-Erkrankten erheblich verringert. Obwohl es bereits erste Impfstoffe gibt, um das Ausbrechen von Ebola zu verhindern, existierten bisher keine Medikamente, die bereits infizierten Personen das Leben retten.

Getestet wurden die beiden Wirkstoffe an Betroffenen aus dem Kongo. Unbehandelt liegt die Todesrate bei einer Ebola Erkrankung bei etwa 75 Prozent. Die beiden Wirkstoffe senken die Sterberate auf jeweils elf oder sogar nur sechs Prozent, wenn die Behandlung rasch begonnen wird.

Erst Mitte Juli hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der schnellen Ausbreitung des hämorrhagischen Fiebers einen globalen Notstand ausgerufen. Die Betroffenen erleiden Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie inneren Blutungen und Organversagen.

Schon 2015 wurde im Epidemiegebiet erstmals der Impfstoff "rVSV-ZEBOV" des amerikanischen Pharmakonzerns Merck eingesetzt. Damals brach in Guinea, Liberia und Sierra Leone die bislang schlimmste Ebola-Krise aus. Forscher des Labor Spiez in der Schweiz untersuchen nun, wie gut der Impfstoff Antikörper gegen das Ebola-Virus hervorruft und wie gut diese wirken.

Problematisch ist aber vor allem das Unwissen und Misstrauen der Bevölkerung, was eine Ringimpfung zur Eindämmung von Ebola erschwert. Dabei werden alle, die mit einem Infizierten in Kontakt standen und auch deren Umfeld geimpft. Aber auch die Regierung lehnt weitere Impfstoffe ab, um die Bevölkerung nicht zu verwirren.