Wie bewerten Sie in diesem Zusammenhang die erfolgte Erhöhung der Universitätsbudgets?

Es handelte sich um eine Erhöhung für die laufenden Ausgaben, aber keine wirkliche Verbesserung. Das ist besser als nichts, aber verglichen mit den Universitäten in Heidelberg, Karlsruhe und Zürich vernachlässigbar.

Wie viel Geld brauchen wir und woher soll es kommen?

Ich stelle mir vor, dass man einen Zukunftsfonds gestaltet, der unabhängig von der Budgetpolitik ist. Angesichts der Tatsache, dass wir einen Leistungsbilanzüberschuss haben, im öffentlichen Bereich mehr sparen als investieren und sprudelnde Steuereinnahmen bei einer Höchststeuerbelastung verzeichnen, lässt sich dieser Fonds dotieren. Ähnlich wie in der Christian Doppler-Gesellschaft sollte man mit der Industrie Public Private Partnerships machen und in Anbetracht der niedrigen Zinsen Kredite aufnehmen. Bei der derzeit geringen Belastung würden aus der Tätigkeit über zehn Jahre mehr Steuereinnahmen entstehen, als die Schuldenbedienung verlangt. Für die Infrastruktur von Bahn und Straße macht man es nicht anders. Würde man diese Maßnahme auch für Wissenschaft, Forschung und Innovation setzen, käme es auch der nächsten Generation zugute.

Es soll also Geld, das derzeit für andere Dinge ausgegeben wird, in den Fonds fließen?

Der Finanzminister soll einen Teil der Mehreinnahmen hergeben, damit Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsame Projekte entwickeln können. Kredite bei niedrigen Zinsen würden sich aus den daraus folgenden Steuereinnahmen über einen gewissen Zeitraum selbst zurückverdienen.

Wie hoch soll der Zukunftsfonds dotiert sein?

Der Zukunftsfonds sollte ein Volumen von 30 Milliarden Euro auf zehn Jahre haben. Das ist pro Jahr drei Milliarden Euro für die Forschung und somit ohnehin bescheiden. Noch besser wären 50 Milliarden Euro.

Das Forschungsfinanzierungsgesetz wird jetzt zum Forschungsrahmengesetz. Die Inhalte seien da, lediglich der Finanzierungspfad müsse von der neuen Regierung eingesetzt werden, betont Infrastrukturminister Andreas Reichhardt. Wie sinnvoll ist die Umbenennung?

Es ist zu begrüßen, dass wenigstens dieser Teil des Gesamtkonzeptes in die Begutachtung kommt. Aber es unterstreicht die Notwendigkeit eines Zukunftsfonds, ohne dessen Unterfütterung die Finanzierung nicht funktioniert.

Welche Empfehlungen geben Sie der neuen Bundesregierung noch mit?

Dass das, was seit Jahren an Konzepten vorliegt, wie zuletzt im August des Vorjahres zusammengefasst zur Umsetzung kommt, und zwar in einer Weise, wie die Forschung es braucht: mit Planbarkeit, Langfristigkeit und den entsprechenden Mitteln.