Wien. Der Europäische Forschungsrat (ERC) vergibt hochdotierte "Starting Grants" an zehn in Österreich tätige Forscher. Sie zählen zu insgesamt 408 Wissenschaftern in einer frühen Karrierephase, die in der aktuellen Antragsrunde je bis zu 2,5 Millionen Euro für fünfjährige Grundlagenforschungsprojekte bekommen.

In Summe schüttet der ERC aktuell 621 Millionen Euro aus. Die Förderpreise sind mit 1,5 Millionen Euro dotiert, dazu kann bis zu eine Million Euro für außerordentliche Kosten beantragt werden. Die Grants erhalten Forschende aus 51 Nationen, "ein Rekord", betonte ERC-Präsident Jean-Pierre Bourguignon am Dienstag. Die meisten "Starting Grants" gehen nach Deutschland (73), Großbritannien (64) und die Niederlande (53). In Österreich konnten Institute der Österreichischen Akademie der Wissenschaften drei Grants einwerben. Alejandro Burga vom Institut für Molekulare Biotechnologie will evolutionäre Mechanismen erforschen, Rüstem Ertug Altinay vom Institut für Kulturwissenschaften die Rolle des Theaters für die "türkische Nation" und Georg Winter vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin ein neuartiges Medikamentendesign.

Zwei Förderpreise gehen das Institute of Science and Technology Austria. Der Bio-Physiker Edouard Hannezo untersucht die Bildung von Organen, der Physiker Maksym Serbyn Quantensysteme. Die Zusammenhänge zwischen Finanzsystemen und Klimawandel analysiert Emanuele Campiglio von der Wirtschaftsuni Wien. Jerome Mertens von der der Uni Innsbruck geht der Gehirnalterung auf den Grund. Die Neurobiologin Belinda Pletzer von der Uni Salzburg widmet sich dem Einfluss von Anti-Baby-Pillen auf das Gehirn.