Die geplante ausschließliche Förderung von Forschungsprojekten zu notenbankrelevanten Themen durch den Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) stößt auf Unverständnis bei der Universitätenkonferenz (uniko). Die Entscheidung zeuge "von einem wenig sorgsamen Umgang mit dem österreichischen Forschungs- und Wissenschaftssystem", hieß es in einer Aussendung am Freitag.

Anfang Oktober hatte die OeNB bekanntgegeben, dass der 1966 eingerichtete Jubiläumsfonds thematisch eingeengt wird. Derzeit werden Projekte aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Medizin sowie Sozial- und Geisteswissenschaften großteils themenoffen unterstützt. Künftig sollen dagegen nur mehr Forschungsprojekte zu notenbankrelevanten Themen gefördert werden. Zuletzt wurden jährlich rund zehn Millionen Euro ausgeschüttet. "Der Jubiläumsfonds ist damit nicht irgendein Instrument, sondern seit über 50 Jahren ein strukturelles Element der öffentlichen Forschungsförderung", so uniko-Präsident Oliver Vitouch.

Nicht ohne Grund spiele der Fonds daher auch bei der Aufteilung der Uni-Budgets eine Rolle als Forschungs-Wettbewerbsindikator. Neben dem Wissenschaftsfonds FWF sei er bis dato "eine Säule der themenoffenen Grundlagenforschung in Österreich", betonte Vitouch. Im Bereich der Medizin habe er besonders bei der Nachwuchsförderung eine Rolle gespielt, im Bereich der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften sei er neben dem FWF die wichtigste nationale Drittmittelquelle.

"Wir zählen auf ein Umdenken, und darauf, dass die OeNB ihre systemrelevante Tradition im Bereich der themenoffenen Forschungsförderung fortsetzt", so Vitouch. Auch Kooperationslösungen mit dem FWF wären "ausgezeichnet denkbar." Die Nationalbank hatte argumentiert, dass die Neuausrichtung das Ergebnis eines Strategieprozesses sei, der die Schärfung der Förderstruktur des Jubiläumsfonds zum Inhalt hatte. Man folge damit "dem internationalen Trend der zunehmenden Spezialisierung kleiner bis mittelgroßer Forschungsförderungsinstitutionen". Die OeNB will die Ergebnisse der Forschungen künftig auch intensiver kommunizieren. Seit 1966 hat der Fonds knapp 10.000 Projekte aus der Grundlagen-und angewandten Forschung mit rund 800 Millionen Euro.