Wien/Brüssel. Bei den Verhandlungen zum nächsten EU-Finanzrahmen will Österreich um hohe Mittel für die Forschung kämpfen. "Für uns ist klar: Wir sind einerseits Nettozahler, wünschen uns aber Rückflüsse dort, wo wir besonders profitieren, und das sind die Forschungs- und Innovationsprogramme", sagte Bildungsministerin Iris Rauskala am Dienstag im Vorfeld der Europatagung des Ministeriums. Sie steht unter dem Motto "Turning the Page".

Derzeit wird über den neuen EU-Finanzrahmen ab 2021 bzw. das neue Forschungsrahmenprogramm "Horizon Europe" verhandelt. Letzteres soll nach Plänen der Kommission mit 100 Milliarden Euro von 2021 bis 2027 dotiert sein. Das derzeitige "Horizon 2020" ist 77 Milliarden Euro schwer. Zurzeit trägt Österreich 2,36 Prozent der Mittel bei - über diverse Ausschreibungen fließen 2,8 Prozent des Budgets wieder zurück. Bisher konnten österreichische Teilnehmer 1,31 Milliarden Euro einwerben. Bleibt es bei diesem Trend, stehen bis zum Ende des Programms 2020 rund 1,85 Milliarden Euro auf der Habenseite. Als Ziel waren 1,5 Milliarden Euro angepeilt.

Fünf Bereiche definiert

Knapp 60 Prozent der von Österreich eingeworbenen Mittel bei "Horizon 2020" gingen an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen, ein Drittel an Unternehmen. Erfolgreichste Einzelteilnehmer sind die Uni Wien (83 Millionen Euro), gefolgt vom Austrian Institute of Technology mit 71 Millionen Euro und der TU Wien mit 69 Millionen Euro.

Im neuen Programm wurden erstmals fünf Bereiche definiert: Bei Krebs, Klimawandel, gesunde Ozeane, klimaneutrale Städte sowie Bodengesundheit und Lebensmittel sollen sowohl Grundlagenforschung betrieben als auch konkrete Umsetzungen vorangetrieben werden. Bis Mitte 2020 soll breit diskutiert werden, was genau erreicht werden soll.