Wien.  Mit dem in diesem Jahr gestarteten Forschungsprogramm "Digitaler Humanismus" will die Stadt Wien den Mensch in den Mittelpunkt von Digitalisierungsansätzen und technischen Innovationen stellen. Im kommenden Jahr werden für diese Initiative zwei Millionen Euro zur Verfügung stehen, gab Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bekannt.

Für Ludwig ist die Digitalisierung "eine zeitgenössische Kulturrevolution, die längst im Gang ist und den Humanismus als menschliche Kontrolle benötigt", wie er bei der Präsentation der neuen Ausschreibung der Forschungsinitiative erklärte. Der Mensch müsse im Mittelpunkt einer Digitalisierung der Gesellschaft stehen, "Maschinen haben den Menschen zu dienen und nicht umgekehrt".

Zweite Ausschreibungsrunde

Im November wurden die ersten neun Projekte ausgewählt, die im Rahmen des Forschungsprojekts "Digitaler Humanismus" mit insgesamt 320.000 Euro gefördert werden. Dazu zählen etwa ein "Counter-Bot", mit dem das Ludwig Boltzmann-Institut für Menschenrechte Künstliche Intelligenz gegen rassistische Hasspostings einsetzen will, oder das Vermittlungsprojekt "Cyber Heroes" des Instituts für Soziologie der Universität Wien für jugendgerechte Online-Zivilcourage.

Für die zweite Ausschreibungsrunde stellte die Stadt eine Million Euro zur Verfügung. Diese Mittel werden nun vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) verdoppelt. Die nächste Ausschreibung soll im März oder April 2020 erfolgen. Projekte mit einer Laufzeit von zwei bis vier Jahren werden mit bis zu 400.000 Euro gefördert. (apa)