Washington/Wien. Das erste Foto eines Schwarzen Lochs ist für das Fachjournal "Science" die wichtigste Forschungsarbeit 2019. "Für Astronomen bestätigt das Bild jahrzehntelange Arbeit, in der sie Theorien über schwer greifbare Objekte aufgestellt haben, die sie nicht sehen konnten", heißt es zum "Breakthrough of the Year" (Durchbruch des Jahres).

- © ESO/EHT
© ESO/EHT

Am 10. April hatten Astronomen eine Aufnahme des massereichen Schwarzen Lochs im Zentrum der 55 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie Messier 87 präsentiert: einen leuchtenden Ring mit einem schwarzen Zentrum. Aufgrund ihrer extremen Masse lassen Schwarze Löcher nicht einmal Licht entkommen, was sie praktisch unsichtbar macht. Allerdings heizt sich Materie, bevor sie hineingezogen wird, extrem stark auf und strahlt dann hell. Das Leuchten ist auf der Aufnahme rötlich zu sehen. Zwei Jahre lang hatten Experten Beobachtungen von vier Kontinenten ausgewertet.

"Science" führt neun weitere Forschungsarbeiten als bahnbrechend an, etwa eine Computer-Software, die besser Poker spielt als Profis, und die Entwicklung von zwei Ebola-Medikamenten.

Ebenfalls unter den Top Ten sind Erkenntnisse zu jenem gewaltigen Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren, der das Aussterben aller großen Dinosaurier auslöste. Was in den ersten Stunden nach dem verheerenden Einschlag vor sich ging, haben Forscher anhand von Bohrkernen aus dem Chicxulub-Krater im Golf von Mexiko rekonstruiert. Die Hypothese, dass auf den Impakt Tsunamis folgten, konnte die Universität Texas in "PNAS" untermauern. An der Studie war das Naturhistorische Museum Wien beteiligt.

Auf dem Wissenschaftsportal "Phys.org" findet sich weiters ein Beitrag von Wiener Verhaltensforschern und Neurowissenschaftern sowie eine Arbeit mit Beteiligung heimischer Quantenphysiker unter den meistgelesenen Artikeln. Das Department für Kognitionsbiologie und das Institut für Psychologische Grundlagenforschung der Uni Wien haben gezeigt, dass es emotionale Übertragung offenbar auch unter Raben gibt. Das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften konnte erstmals drei Lichtteilchen verschränken.(apa/dpa)