Naturgemäß der Quastenflosser. Und immer wieder der Quastenflosser. Latimeria chalumnae, 1938 entdeckt, und Latimeria menadoensis, 1997 entdeckt. Der Quastenflosser relativiert alles, wenn die Wissenschafter ein Tier als "ausgestorben" oder "nicht existent" erklären.

Jüngst hat der Schwertstör ins Gras (oder soll man sagen: in die Algen?) der Wissenschaft gebissen. Der Jangtsekiang-Fisch, einer der weltweit größten Süßwasserfische, auch Chinesischer Schwertfisch genannt, sei ausgestorben, hieß es in einer Aussendung, irgendwann zwischen 2006 und 2010 habe ihn sein Schicksal ereilt. Soll heißen: Es ist in seinem einzigen Habitat weltweit, eben dem Jangtsekiang, nicht mehr nachweisbar. Bei hydroakustischen Messungen im Jangtse-Oberlauf waren in den Jahren 2006 bis 2008 nur noch neun Fische gefunden worden.

Riesige Riesenschlangen

Damit ist der Schwertstör zwar endgültig tot. Wenn der Schwertstör sich aber rechtzeitig um eine Nachred’ gekümmert hätte à la Megalodon, dann hätte er jetzt, ungeachtet seines wissenschaftlich beglaubigten Hinscheidens, ein Nachleben, das an Lebendigkeit sein Leben zu Lebzeiten bei Weitem in den Schatten stellt. Dafür würde die Kryptozoologie mit ihren Anhängern schon sorgen.

Was gibt es da auf Erden nicht alles für bemerkenswerte Tiere nicht (die doppelte Verneinung ist pure Absicht in quastenflosserbedingtem berechtigtem Zweifel).

Zum Beispiel Riesenschlangen: Diese Viecher können echt lang werden. Ein südostasiatischer Netzpython beispielsweise kann über seine durchschnittlichen sieben bis acht Meter hinauswachsen auf bis zu zwölf Meter. Im Amazonas treiben sich Anacondas von bis zu zehn Metern Länge herum, und es gibt einen Bericht über eine 16-Meter-Anaconda, der zumindest nicht völlig unglaubwürdig ist, zumal die Kommunistische Partei Chinas auf ihrer offiziellen Website sogar eine 16,7-Meter-Schlange gepostet hat. Die Schlange als rote Propagandalüge? Dank Mao wachsen sogar die Schlangen in den Himmel? Oder sollte doch was dran sein?

Bloß die 41-Meter-Anaconda, die im Roten Meer gefunden worden sein soll und mit unscharfen Bildern von der über mehrere Lastwägen gelegten Schlange "dokumentiert" worden ist - die ist ein Hoax von Studenten gewesen. Und so ganz glaubwürdig sind die Aufnahmen von 30 bis 50 Meter langen Schlangen, die man auf YouTube findet, auch nicht. Bei manchen gibt es keine Vergleichsobjekte, die eine Größenschätzung zulassen, und wo es die Vergleichsobjekte gibt, zeigen verzogene Perspektiven, dass in Eigenregie am Heimcomputer eben doch nicht alles realisierbar ist, wofür ein Steven Spielberg einen Tricktechnikertrupp beschäftigt.