Wien/Cape Canaveral. Die Europäische Weltraumorganisation ESA zielt mit ihrer "Solar Orbiter"-Mission ins Herz des Sonnensystems. Näher zur Sonne ist Europa "noch nicht vorgedrungen", betont der Grazer Weltraumforscher Wolfgang Baumjohann. Die rund 180 Kilogramm schwere Sonde soll am Morgen des 10. Februar vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus starten. Mit an Bord ist auch ausgefeilte Technik aus Österreich.

Ziel von "Solar Orbiter" ist es, in Kooperation mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa, das von den Sonneneruptionen mitbestimmte Weltraumwetter und die Auswirkungen des wechselhaften Partikelregens - respektive Sonnenwind - auch in Erdnähe besser zu verstehen. Um das in besserer bildlicher Auflösung beobachten zu können, müsse man einfach "so weit wie möglich in die Nähe" unseres Zentralgestirns, so Baumjohann. Im Fall des Orbiters werden bei der größten Annäherung nur 42 Millionen Kilometer zwischen Sonde und dem heißen Untersuchungsobjekt liegen. Zum Vergleich: Die Erde hält auf ihrem Weg um unser Zentralgestirn einen mittleren Abstand von 150 Millionen Kilometern ein. Die Sonde wird auf ihrer Reise der bis zu 13-fachen Hitze ausgesetzt sein als Satelliten in der Umgebung der Erde. Die Reise soll mindestens zehn Jahre dauern.