24 Forschungsprojekte zur Coronanvirus-Pandemie, die Wissenschafter aus Wiener Forschungseinrichtungen in kürzester Zeit entwickelt haben, erhalten insgesamt mehr als eine Million Euro vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) und Partnern. Bis zu 50.000 Euro fließen im Rahmen der "COVID-19 Rapid Response Förderung" jeweils in die Vorhaben, teilte der WWTF am Freitag mit.

So wird sich etwa der Komplexitätsforscher und Leiter des Complexity Science Hub (CSH) Vienna, Stefan Thurner, mit Szenarien zum "Restart der Wirtschaft" und der Rolle österreichischer Unternehmen auf dem Weg aus der Coronakrise hinaus befassen. An einer "Tagesaktuellen Coronalagekarte" arbeitet sein Kollege Peter Klimek. Ein Team um den Genetiker Josef Penninger vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wird sich mit der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus in sogenannten Organoiden - das sind pluripotenten Stammzellen hergestellte Zellkulturen, die Organen ähneln - auseinandersetzen.

Lernen in der Ausnahmesituation

Außerdem arbeiten mehrere Wissenschafter beispielsweise an Fragen zum Lernen in der aktuelle Ausnahmesituation, so etwa die Bildungspsychologin Barbara Schober von der Universität Wien oder Ursula Holtgrewe vom Zentrum für Soziale Innovation (ZSI). Man unterstütze hier "zeitkritische Forschung, die zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr nachgeholt werden kann", so WWTF-Geschäftsführer Michael Stampfer.

Neben dem privat-gemeinnützigen Fonds übernahmen für einzelne Projekte auch private Geldgeber, wie etwa die MEGA Bildungsstiftung der B&C-Privatstiftung und der Berndorf Privatstiftung die Finanzierung. Für Wiens Ex-Bürgermeister und WWTF-Präsident, Michael Häupl, ist das "auch ein beeindruckendes Signal, dass die Zivilgesellschaft und Stiftungen zusammenstehen, wenn es eine Krisensituation gibt." (apa)