An der Universität St. Gallen ist der Rückgang der Industrieproduktion in China während der Corona-Krise mit Umweltdaten aus dem Weltraum berechnet worden. Kriterien waren der Grad der Luftverschmutzung und die Veränderungen bei den Lichtemissionen. In der am stärksten betroffenen Region um Wuhan City ging demnach die Luftverschmutzung zwischen 24. Jänner und 21. Februar um 85 Prozent zurück.

Im Durchschnitt hätten sich die Emissionen in China um 38 Prozent reduziert. Auf dieser Basis habe das GCEI-HSG für die genannte Periode einen Verlust von rund 216 Milliarden Dollar (198,58 Mrd. Euro) für den chinesischen Industriesektor berechnet.

Schnellere Daten für schnellere Entscheidungen

Staatliche Statistiken kämen als Grundlagen für Entscheidungen von Unternehmen oft zu spät, teilte das Global Center for Entrepreneurship and Innovation der Universität St. Gallen (GCEI-HSG) am Mittwoch mit. Es gebe aber Alternativen, wie die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Pandemie "zeitnaher" beobachtet werden könnten. Dafür seien die öffentlich zugänglichen Daten der europäischen Weltraumorganisation ESA über die Luftverschmutzung in China ausgewertet und mit den Emissions- und Wirtschaftsdaten einer Referenzperiode verglichen worden.

Eine weitere Möglichkeit für ein unabhängiges Wirtschaftsmonitoring biete der Blick aus dem Weltraum auf die Lichtemissionen. Dafür seien Daten des Satelliten-Radiometers VIIRS (Visible/Infrared Imager Radiometer Suite) genutzt worden, der fast täglich die Intensität der Lichtverschmutzung weltweit aufzeichne.

Durch die Messung der Lichtintensität könnten auch nicht-industrielle Aktivitäten wie etwa Transporte zeitnah erfasst werden. Erwartungsgemäß seien die Werte in allen großen chinesischen Städten und auf allen großen Verbindungsstraßen im Jänner und Februar gesunken. (apa, sda)