"Nenn' mich Perseverance", heißt es auf dem Twitter-Profil des nächsten Mars-Rovers der US-Raumfahrtbehörde NASA. Zwei Monate nach dem Start des "Crew Dragon", der erstmals seit neun Jahren US-Astronauten von den USA aus zur Internationalen Raumstation ISS beförderte, steht der nächste mit Spannung erwartete Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida an.

Seine Hobbys seien Fotografieren, Steine sammeln und Offroad-Fahren: Im Juli soll der rund 1.000 Kilogramm schwere unbemannte Rover von der Größe eines Kleinwagens zum Mars starten - "angetrieben davon, nach Spuren von früherem Leben zu suchen, neue Technologien für die Zukunft menschlicher Exploration zu testen und die ersten Steinproben zu sammeln, die wieder zur Erde zurückgebracht werden sollen".

Geplant ist der Start derzeit für den 17. Juli. Falls Technik oder Wetter nicht mitspielen sollten, wären bis 5. August weitere Versuche möglich. Beobachter hatten zuvor befürchtet, dass die Coronakrise den Zeitplan durcheinanderbringen könnte. Die Landung im bisher noch nie an Ort und Stelle untersuchten Jezero Crater, einem ausgetrockneten See auf dem Mars, ist für Februar 2021 anvisiert.

Der fünfte Roboter im Mars

Seinen Namen, der auf Deutsch etwa "Durchhaltevermögen" bedeutet, hat "Perseverance" von einem Siebentklassler aus dem US-Staat Virginia, der ihn der NASA vorschlug. Zuvor war der rund 2,5 Milliarden Dollar teure Roboter rund acht Jahre lang unter dem Arbeitstitel "Mars 2020" entworfen und gebaut worden. An Bord hat der Rover neben viel Technik auch die Namen von knapp elf Millionen Menschen, die sie nach einem entsprechenden Aufruf eingesandt hatten, gebrannt auf drei fingernagelgroße Chips.

"Perseverance" wäre bereits der fünfte Rover, den die NASA zum Mars bringen würde. 1997 landete der "Sojourner", der nur rund drei Monate lang mit der Erde kommunizierte. 2004 folgten die Zwillingsrover "Spirit" und "Opportunity". Die Kommunikation zu "Spirit" ging 2007 in einem riesigen Staubsturm verloren, "Opportunity" erlag 2018 dem gleichen Schicksal. 2012 landete "Curiosity", dessen Team seitdem auch über die sozialen Netzwerke Wissenschafter und Fans mit Neuigkeiten und Fotos versorgt und den Roboter so zum Publikumsliebling werden ließ. Unter anderem schaffte es 2018 zudem der stationäre NASA-Länder "InSight" zum Mars, außerdem kreisen mehrere Sonden um den Roten Planeten.

23 Kameras und ein Hubschrauber sind an Bord

"Perseverance" ist eine Art "Curiosity 2.0" - unter anderem mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten, zwei Mikrofonen, 23 Kameras, einem Laser und sogar einem kleinen Hubschrauber an Bord. Die guten und schlechten Erfahrungen aller vorherigen Missionen haben die NASA-Wissenschafter bei der "Perseverance"-Planung zusammengebracht - aber Mars-Missionen bleiben eine große Herausforderung. Besonders die Landungen gelten als extrem schwierig, nur rund 40 Prozent aller bisher weltweit gestarteten Mars-Missionen waren erfolgreich. 2016 war etwa die Sonde "Schiaparelli" der europäischen Raumfahrtagentur ESA infolge eines Computerfehlers beim Landeanflug abgestürzt.

Während die Coronavirus-Pandemie sowie Massenproteste gegen Rassismus und Polizeibrutalität die Welt in Atem halten, ist die NASA im Hinblick auf die Mars-Mission von "Perseverance" optimistisch - wie Rover-Kollege "Curiosity" via Twitter betont: "Jetzt mehr denn je brauchen wir Durchhaltevermögen."(apa/dpa)