Als "Innovation Power House" stehe das Austrian Institute of Technology (AIT) auf einem "soliden Fundament", erklärte Geschäftsführer Anton Plimon am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz seines Hauses. Das AIT könne auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig bleiben, merkte er mit Blick auf die Corona-Krise an. Dabei helfen gut gefüllte Auftragsbücher. Dennoch: "Wir hängen 1:1 von unseren Kunden ab", machte Finanzchef Alexander Svejkovsky das aktuelle Risiko in der Krise deutlich.

Mit 183,2 Millionen Euro lag der Auftragsstand 2019 um 2,2 Prozent über jenem von 2018. 2020 habe man auf Basis dieser guten Voraussetzungen bereits zwei sehr gute Quartale hinlegen können, der Rest des Jahres und die erste Hälfte 2021 würden "komplizierter", führte auch Plimon an. Die ursprünglich geplante Steigerung werde man nicht erreichen können. Der Umsatzrückgang werde aus derzeitiger Sicht zwischen fünf und zehn Prozent liegen", so Svejkovsky.

Projekt "Digital School"

"Uns geht es so gut, weil angewandte Forschung, wie wir sie machen, kein Nice-to-have ist, sondern eine Überlebensfrage für die Industrie, eine Frage, ob die Unternehmen selbständig bleiben oder übernommen werden", betonte Plimon. Das fülle die Bücher in der kofinanzierten Forschung. Das Ergebnis vor Steuern betrug im Vorjahr 4,3 Millionen Euro, das sind fast 20 Prozent mehr als im Jahr davor. Stolz ist Plimon, dass das AIT am heiß umkämpften internationalen Förderungsmarkt erfolgreich sei und in Österreich neben der viel größeren Uni Wien und TU Wien zu den Top drei zähle.

Das AIT habe es geschafft, die Grundlage zu schaffen, "um zu neuen Ufern aufzubrechen", erklärte AIT-Aufsichtsratschef Hannes Androsch. Konkret rief er dabei seine Initiative für einen "Campus Floridsdorf" in unmittelbarer Nähe des AIT-Hauptquartiers in Erinnerung, wo etwa zum AIT komplementäre Aktivitäten im Bereiche Künstliche Intelligenz gebündelt, der Complexity Science Hub Vienna eine neue Heimat bekommen und nach Vorbild der deutschen Helmholtz-Gemeinschaft eine "Digital School" als Graduiertenschule eingerichtet werden könnten. Man befinde sich in Bezug auf dieses Projekt "in guten Gesprächen mit der Stadt Wien".

Nachdem das AIT 2018 die Mehrheit an der oberösterreichischen Ideenschmiede Profactor übernommen hat, deutete Androsch weitere Erweiterungspläne an, ohne Details zu nennen. Man dürfte nach Vorarlberg vordringen, wo es bereits zu "fortgeschrittenen Gesprächen" gekommen sei.(apa/gral)