Hydroxychloroquin wirkt nicht, um die Lungenkrankheit Covid-19 zu bekämpfen. Dies zeigt die bisher robusteste Metaanalyse zu dem Thema, wie die Universität Neuenburg mitteilte. Kurz nach Ausbruch der Coronakrise wurden zwar viele Patienten mit dem Malariamittel behandelt. Über dessen Wirksamkeit kamen jedoch schnell Zweifel auf, da Analysen zu widersprüchlichen Ergebnissen führten.

Nun werteten Forschende mit Beteiligung der Universitäten Neuenburg und Lausanne 29 Studien mit insgesamt 33.000 Patienten aus. Sie kamen zum Schluss, dass Hydroxychloroquin allein die Sterblichkeit von hospitalisieren Patienten nicht beeinflusst. Weder verringere noch erhöhe das Medikament das Sterberisiko. Patienten ausschließlich mit Hydroxychloroquin zu behandeln, sei demnach nutzlos, schreiben die Autoren im Fachmagazin "Clinical Microbiology and Infection".

Erhöhtes Sterberisiko

"Hydroxychloroquin wurde anfänglich in großem Umfang mit oder ohne dem Antibiotikum Azithromycin verabreicht", sagte der Mitautor Matthieu Mulot, Biologe und Statistiker an der Uni Neuenburg, gemäß der Mitteilung. Aber die Studie belegt, dass die Kombination aus Hydroxychloroquin und Azithromycin das Sterberisiko um 27 Prozent erhöht.

Viele klinische Studien mit Hydroxychloroquin wurden Ende Mai gestoppt, nachdem Forscher aus der Schweiz und den USA eine negative Studie veröffentlicht hatten. Zwar wurde diese kurz darauf wegen Betrugsverdacht zurückgezogen. Aber Ergebnisse einer britischen sowie eine Basler Studie bestätigten später ebenfalls die Wirkungslosigkeit des Malariamittels. (apa)