Der Lockdown, wie er in Folge der Corona-Pandemie auch in Österreich ausgerufen worden war, hat Paare und Familien auf mitunter engstem Raum aneinander gebunden. Nicht immer zum Vorteil für die Beteiligten. Wie ein Forscher-Team der Donau-Universität Krems in einer Untersuchung herausgefunden hat, war der Lockdown vor allem für Menschen in einer schlechten Beziehung eine Herausforderung. Sie hatten währenddessen ein dreimal so hohes Risiko für Depressionen und Angstattacken. Alleinstehenden erging es besser. Am seltensten zeigten jedoch Personen in guten Beziehungen Symptome, berichten die Wissenschafter im Fachjournal "Plos One".

Eine gute Beziehung als Schutzfaktor. - © unsplash/Davids Kokainis
Eine gute Beziehung als Schutzfaktor. - © unsplash/Davids Kokainis

Ein Team um Christoph Pieh vom Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit der Donau-Universität Krems ließ in der vierten Woche des Quarantäne-Lockdown rund 1000 Österreicherinnen und Österreicher aus allen Bundesländern online nach Beziehungsstatus und -qualität sowie psychischen Beschwerden befragen. Zu Letzteren zählten etwa Faktoren wie Lebensqualität, Wohlbefinden, Depression, Angstzustände, Stress oder Schlafqualität.

Risikofaktor für den Geist

"In allen Belangen der psychischen Gesundheit schnitten die insgesamt 543 Individuen mit guter Beziehungsqualität besser ab, als die 190 mit schlechter Beziehungsqualität oder die 272 ohne Beziehung", schrieben die Forscher in dem Fachartikel: "Leute in schlechten Beziehungen zeigten die schlechteste psychische Gesundheit, auch im Vergleich zu Alleinstehenden." Die Unterschiede seien klinisch relevant.

Eine gute Beziehung war demnach ein Schutzfaktor gegenüber dem Alleinsein, während eine schlechte Beziehungsqualität während des Quarantäne-Lockdown einen Risikofaktor für die geistige Gesundheit der Menschen darstellte.