Eine Aufstockung der Mittel für die Grundlagenforschung in Höhe von 100 Millionen Euro pro Jahr fordern die "Wissenschafter und Wissenschafterinnen des Jahres" in einem am Montag veröffentlichten Aufruf. Ohne dieses zusätzliche Geld verliere das Land vielversprechende Talente und der Standort wäre gefährdet. Die derzeitige Dotierung bedeute "eher ein Verhungern am langen Arm".

Die vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten für ihre Vermittlungsarbeit ausgezeichneten "Wissenschafter des Jahres" verweisen auf den Wissenschaftsfonds FWF. Dieser habe allein im Vorjahr 160 besonders förderungswürdige Projekte ablehnen müssen, weil entsprechende Mittel fehlten. Diese Zahl an Projekten würde, wäre sie gefördert worden, Arbeit für rund 500 Personen, vor allem hervorragende Nachwuchstalente bedeuten, "die mit vollem Einsatz zu einer gesünderen, sicheren, nachhaltigen, lebenswerten Zukunft beitragen wollen".

"Talente im Land behalten"

Dass diese Projekte abgelehnt wurden, könnte bedeuten, dass das Land 500 gut ausgebildete, motivierte Menschen verliere, weil man ihnen keine Möglichkeit auf ein gesichertes wissenschaftliches Vorankommen biete. "Österreich kann sich einen solchen Braindrain nicht leisten. Wir müssen Talente im Land behalten oder ins Land (zurück)holen", heißt es in dem Aufruf, der unter anderem von Christoph Badelt, Kurt Kotrschal, Nuno Maulide, Barbara Stelzl-Marx, Stefan Thurner und Verena Winiwarter unterzeichnet wurde.

Um zukunftsweisende wissenschaftliche Erkenntnisse zu ermöglichen, empfehlen die "Wissenschafter des Jahres" deshalb neben der Aufstockung der Mittel für Grundlagenforschung auch die Umsetzung der im Regierungsprogramm versprochenen bundesweiten Exzellenzinitiative. Spätestens seit der Corona-Pandemie sollte sich herumgesprochen haben, "wie sehr die Gesellschaft hervorragende Wissenschaft und Forschung braucht, um all die riesigen Herausforderungen zu bewältigen, die Gegenwart und Zukunft für uns bereithalten". (apa)