Ein Beitrag im aktuellen Newsletter des Wissenschaftsfonds FWF weist auf einen sich anbahnenden Notstand hin: Die Mittel der Nationalstiftung, eine wichtige Säule der Forschungsförderung in Österreich, laufen aus. Die Verhandlungen über eine Nachfolgefinanzierung laufen zwar und ein Fonds Zukunft Österreich ist geplant, allerdings läuft die Zeit ab. Der FWF muss erste Förderschienen aussetzen, weil das Geld fehlt.

Drei Förderungsschienen, die Zukunftskollegs, doc.funds und #ConnectingMinds, müssen ausgesetzt werden. Die Programme waren dazu gedacht, junge, exzellente Forschende, insbesondere junge Postdocs und Doktoranden zu fördern. Diese zusätzlichen Mittel fehlten nun insbesondere den Universitäten, so der FWF. Connecting Minds sollte gemeinsame Forschung von Wissenschaftern und Nicht-Wissenschaftern zu  gesellschaftlich relevanten Fragestellungen ermöglichen.

Zwei weitere Programme, die Forschungsgruppen und die Spezialforschungsbereiche, müssen reduziert werden, schreibt der FWF.

Druck, Drittmittel einwerben zu müssen, wächst

"Die budgetäre Situation in der wettbewerbsorientierten Forschungsförderung bleibt angespannt, die Bewilligungsquoten stagnieren auf niedrigem Niveau, zu viele exzellent bewertete Forschungsanträge müssen weiterhin aus Geldmangel abgelehnt werden", heißt es in dem Newsletter des FWF.

Der Wegfall der  Förderungsmittel der Nationalstiftung erhöhe den Druck auf Forschende, erfolgreich Drittmittel einwerben zu können, zusätzlich. Das positive Signal der FTI-Strategie 2030, die für Forschende im Bereich der Grundlagenforschung mehr Förderungsmittel vorsieht, werde durch diesen Wegfall stark getrübt, so der FWF in dem Newsletter.

Budget und Ziele von "Fonds Zukunft Österreich" offen

Insgesamt machten die Förderungsmittel der Nationalstiftung beim FWF zwischen 2018 und 2020 im Mittel rund 25 Millionen Euro pro Jahr aus, rund zehn Prozent  seines Förderungsbudgets. Um die dadurch finanzierten Programme auch in Zukunft anbieten zu können, unterstützt der FWF gemeinsam mit anderen Einrichtungen der Forschungscommunity eine Petition im Nationalrat, die eine Nachfolge für die Nationalstiftung fordert.

Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung hatte im August 2020 angesichts der auslaufenden Dotierung der Nationalstiftung in einer Empfehlung auf die Notwendigkeit der "möglichst raschen" Einrichtung des Fonds Zukunft Österreich hingewiesen. (Aussendung des FWF, Apa)