London/Wien. Die bisher verabreichten Impfstoffe wie etwa die Vakzine von Biontech/Pfizer, AstraZeneca oder Moderna sind allesamt erst ab 16 beziehungsweise 18 Jahren zugelassen. Für Kinder und Jugendliche dürfte eine Impfung allerdings auch nicht mehr in allzu weiter Ferne stehen. So will Großbritannien bereits ab August mit dem Impfen von Kindern beginnen, wie laut der Zeitung "The Telegraph" aus vorläufigen Plänen der Regierung hervorgeht. Das wäre um Monate früher als erwartet, heißt es.

Grundlage seien die Ergebnisse einer Studie der Uni Oxford in Zusammenarbeit mit AstraZeneca mit 300 Probanden im Alter von 6 bis 17 Jahren, die im Juni oder Juli vorliegen sollen. Impfbefürworter sehen darin eine Chance, die Ausbreitung der Infektionen zu reduzieren. Da Covid-19 für Kinder für gewöhnlich allerdings keine große Gefahr darstellt, empfehlen Kritiker, zu warten, bis die Impfstoffe besser erforscht sind.

Totimpfstoff von Valneva

Ein weiterer Impfstoffkandidat für Kinder und Jugendliche könnte auch die Vakzine des österreichisch-französischen Pharmaunternehmens Valneva sein. Bei VLA2001 handelt es sich um einen Totimpfstoff. Das Herstellungsverfahren für inaktivierte Vakzine ist in vielen anderen Impfungen wie etwa Polio lange erprobt. Dieser wäre für eine breite Anwendung, besonders auch bei besonders anfälligen Bevölkerungsgruppen geeignet, heißt es in einem Statement von Valneva.

Zwar werden noch keine klinischen Studien an unter 18-Jährigen oder Schwangeren durchgeführt, doch zielt die klinische Entwicklung wohl darauf auf, diese Population künftig miteinzubeziehen, so der Pharmakonzern. Es sei noch nicht klar, ob eine erste Marktzulassung, wie sie Ende des Jahres erfolgen könnte, auch Kinder, Jugendliche und Schwangere einschließen wird.(gral)