Je ausdauernder und schneller Schülerinnen und Schüler rennen können, desto besser schneiden sie in bestimmten Schulfächern ab. Von diesem Zusammenhang berichtet ein internationales Team unter Leitung der Uni Genf im Fachmagazin "Medicine & Science in Sport & Exercise".

Sport verbessert unter anderem das Arbeitsgedächtnis, die Fokussierung auf das Wesentliche und hilft beim Multi-Tasking. Aber hängt die körperliche Fitness tatsächlich auch mit den schulischen Leistungen der Kinder zusammen? Dieser Frage ging ein Team um die Genfer Forschenden Marc Yangüez und Julien Chanal auf den Grund.

Dafür rekrutierten sie insgesamt 198 Schülerinnen und Schüler zwischen acht und zwölf Jahren aus fünf Genfer Primarschulen. Um den Fitnessstand der Studienteilnehmenden zu messen, ließen sie diese einen sogenannten "Shuttle Run Test" zu absolvieren. Bei diesem Test gilt es, eine Strecke von zwanzig Metern in einem immer höheren Tempo zu absolvieren - bis zur völligen Erschöpfung.

Kognitive Aufgaben nach Sport

Anschließend ließen die Forschenden die Schülerinnen und Schüler neun kognitive Aufgaben lösen. Dabei mussten sie etwa eine Zahlenreihenfolge auswendig lernen, Zahlen und Buchstaben in aufsteigender Reihenfolge verbinden oder anhand von ultrakurz aufleuchtenden farbigen Formen so schnell wie möglich die richtige Farb- oder Formtaste zu drücken. Demnach berechnete das Team, dass körperliche Fitness mit dem Arbeitsgedächtnis sowie der kognitiven Flexibilität korrelieren.

In einem nächsten Schritt verglichen die Forschenden die Noten der Schüler in Mathematik und Französisch. So fanden sie heraus, dass es insbesondere statistische Zusammenhänge zwischen der Herz-Kreislauf-Fitness, der kognitiven Flexibilität und guten Noten in Mathematik sowie Grammatik, Rechtschreibung und Wortschatz in Französisch gibt.

In Textverständnis und Aufsatzschreiben zeigte sich dieser Effekt jedoch nicht. Ein Grund könnte sein, dass die Bewertung des Textes und des Schreibens mehr von subjektiven Faktoren abhänge, was bei Mathematik oder Grammatik weniger der Fall sei, erklärte Yangüez laut einer Mitteilung der Uni Genf vom Dienstag.

Keine kausalen Zusammenhänge

Die Forschenden merken an, dass es sich bei den Ergebnissen um Korrelationen und keine kausalen Zusammenhänge handelt. Auch könnten die Schulnoten verzerrt sein, da die Prüfungen nicht unbedingt in allen untersuchten Schulen gleich schwierig sind.

Dennoch weisen die Genfer Psychologen der Mitteilung zufolge darauf hin, wie wichtig es für die körperliche und kognitive Gesundheit der Kinder sei, Bewegung und Sportunterricht zu fördern - gerade in Zeiten der Corona-Pandemie. (apa/sda)