Berner Klimaforschern ist es gelungen, Unsicherheiten zur Kohlenstoffsenke des Südpolarmeers zu halbieren. Eine wichtige Rolle in ihrer Methode spielte der Salzgehalt des Meerwassers. Der Ozean dämpft die globale Erwärmung, indem er riesige Mengen der menschengemachten Kohlenstoffemissionen schluckt. Das Südpolarmeer trägt etwa 40 Prozent zu dieser Kohlenstoffsenke bei.

Bisherige Klimamodelle weisen jedoch große Spannweiten auf, wenn es darum geht, wie viel Kohlendioxid das Meer künftig tatsächlich aufnehmen wird. "Die Forschung versucht seit langem, dieses Problem zu lösen. Nun ist es uns gelungen, die große Unsicherheit um rund 50 Prozent zu reduzieren", sagte Jens Terhaar vom Oeschger-Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern in einer Mitteilung der Hochschule. Ebenfalls zeigten die Berechnungen, dass das Südpolarmeer bis Ende des 21. Jahrhunderts zwischen 14 und 18 Prozent mehr CO2 aufnehmen kann als bisher gedacht.

Von zentraler Bedeutung in ihrer im Fachmagazin "Science Advances" vorgestellten Methode ist der Zusammenhang zwischen der Aufnahme von menschengemachtem CO2 und dem Salzgehalt des Oberflächenwassers: In Modellen mit einem geringen Salzgehalt gelangt weniger Kohlendioxid in die Tiefe. Ein höherer Salzgehalt hingegen bewirkt das Gegenteil und sorgt dafür, dass mehr CO2 aus der Atmosphäre aufgenommen werden kann. Indem die Berner Forschenden den mittels Beobachtungen bestimmten Salzgehalt verwendeten, gelang es ihnen, die Aussagekraft von Modellvorhersagen zu verbessern. (apa)