Das Austrian Institute of Technology (AIT) mit 1.400 Mitarbeitern die größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung Österreichs, zog am Mittwoch während seiner Bilanzpressekonferenz nicht nur Bilanz, sondern zeigte exemplarisch, wie das je zur Hälfte Bund (50,4 Prozent) und Industrie (49,6 Prozent) gehörende AIT in die Zukunft gehen will: Die Forschung wird sich weiterhin den Schwerpunktthemen Dekarbonisierung (Reduktion der Treibhausgase), Digitalisierung und Alterung der Gesellschaft widmen. Diese großen Themen finden sich in der neuen Strategie "Forschung und Innovation für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Position im digitalen Zeitalter" wieder. Diese neue Strategie soll bis Ende 2023 die am AIT betriebene Forschung anleiten.

"Resilienz" im Fokus

Unter anderem wohl mit Blick auf die im letzten Jahr gesunkenen Forschungsausgaben in Österreich insgesamt machte der nach 14 Jahren aus dem Amt scheidende Aufsichtsratsvorsitzende des AIT, Hannes Androsch, zu Beginn der Pressekonferenz darauf aufmerksam, dass Österreich in Sachen Forschung noch nicht im Spitzenfeld sei, eher "im Mittelfeld". Die Corona-Krise habe aber gezeigt, wie wichtig Forschung ist. Auch das AIT musste 2020 finanzielle Verluste in Höhe von 1,6 Millionen Euro hinnehmen: Mit 2,73 Millionen Euro vor Steuern lag das Ergebnis deutlich unter den 4,33 Millionen Euro von 2019. Allerdings konnte man 2020 den Umsatz durch die Auftragsforschung von 54,1 auf 54,2 Millionen Euro steigern.

Das AIT will in ausgewählten Bereichen wachsen und digitale Technologien, insbesondere auch Anwendungen der Künstlichen Intelligenz, nutzen, um Städte resilienter, alsso widerstandfähiger und besser angepasst,  zu machen, Stichwort Mobilität und Stadtplanung: Städte seien Akteure und Betroffene des Klimawandels, so Geschäftsführer Anton Plimon über das Wachstumsfeld "Digital Resilient Cities". E-Mobilität spielt in dem Zusammenhang eine große Rolle. Auch der Bereich Robotik soll ausgebaut werden. Ein Schwerpunkt ist die benutzerfreundliche Gestaltung der neuen Technologien, die sich, so Plimon, mehr "an den Menschen anpassen" solle.

Für die wissenschaftliche Ebene verwies der wissenschaftliche Geschäftsführer Wolfgang Knoll auf die internationale Vernetzung der Forschung und die erhöhte Sichtbarkeit der wissenschaftlichen Arbeiten des AIT. Das "Principle Scientist-Programm" soll ebenso wie das Doktoratsprogramm weiter ausgebaut und schließlich insbesondere der weibliche Forschungsnachwuchs noch mehr gefördert werden. "In Sachen Gender und Diversity müssen wir noch nachladen", so Knoll.