Astronomen haben zwei Galaxien aus dem frühen Universum entdeckt. Mit bisherigen Beobachtungsmethoden blieben diese verborgen, weil kosmischer Staub sie in eine undurchsichtige Wolke hüllt. Beobachtungen mit der Teleskopanlage Alma auf einer chilenischen Hochebene offenbaren einen Blick in die frühesten kosmischen Epochen des Universums, das vor 13,8 Milliarden Jahren entstand.

Anders als optische oder Infrarot-Teleskope kann Alma sehr viel längere Wellenlängen im Millimeterbereich und darunter wahrnehmen. Dadurch lüftet sich der Schleier der Gas- und Staubwolken - und bisher verborgenen Galaxien treten hervor.

Mehr als 13 Milliarden Jahre alt

Die Existenz zwei solcher Galaxien, die sich vor mehr als 13 Milliarden Jahren gebildet hatten, konnte ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universitäten Genf und Waseda in Japan sowie des Nationalen Astronomischen Observatorium von Japan nun mithilfe von Alma-Beobachtungsdaten nachweisen. Eine davon sei gar die fernste, von Staub verdeckte Galaxie, die je beobachtet wurde, teilte die Universität Genf am Mittwoch mit.

Die Entdeckungen zeigten, dass das Bild der Anzahl früher Galaxien noch sehr unvollständig sei, berichten die Forscher im Fachmagazin "Nature". Yoshinobu Fudamoto, Erstautor der Studie, sagte auch: "Diese neuen Galaxien sind nicht deshalb unbemerkt geblieben, weil sie extrem selten sind, sondern nur, weil sie vollständig von Staub verdeckt sind." Tatsächlich hält er es für möglich, "dass wir immer noch bis zu einer von fünf Galaxien im sehr frühen Universum übersehen."

Die Forscher stecken viel Hoffnung in das Weltraumteleskop "James Webb", das am 18. Dezember vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana ins All starten soll. So möchten die Astronomen damit und in Synergie mit dem Weltraumobservatorium Alma das Rätsel knacken, wie viele Galaxien bisher übersehen wurden - und wann die erste entstand. (apa)