In den Jahren 2021 bis 2023 erhält der auf die Förderung von Grundlagenforschung spezialisierte Wissenschaftsfonds FWF vom Bildungsministerium ein Gesamtbudget von 806 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von rund 170 Millionen Euro oder 27 Prozent im Vergleich zur Drei-Jahres-Periode davor, wie es am Mittwoch bei der Unterzeichnung der Vereinbarung hieß. Das Gros des Zuwachses kommt mit etwas Verzögerung im Jahr 2023, wo die neue Exzellenzinitiative großteils schlagend wird.

Bereits das Budget für das laufende Jahr speist sich aus der nun fixierten dreijährigen Leistungsvereinbarung, die der FWF im Zuge des im Vorjahr beschlossenen Forschungsfinanzierungsgesetzes mit dem Bildungsministerium abgeschlossen hat. Damit erhält der Fonds erstmals einen längerfristigen Finanzierungspfad. Dieser ist nun mit 228,8 Millionen  Euro für heuer, 247,58 Millionen im kommenden Jahr und einem Sprung auf 329,21 Millionen im Jahr 2023 vorgezeichnet. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 kamen vom Ministerium 213 Millionen Euro. Der Sprung auf heuer beträgt daher 7,4 Prozent.

International anerkannte Institution

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren eine substanzielle Erhöhung der Mittel für Grundlagenforschung gefordert. Auf die Bevölkerungszahlen heruntergebrochen müsse sich die Dotation des FWF keineswegs hinter jener vergleichbarer Grundlagenforschungsinstitutionen wie der National Science Foundation (USA) oder der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verstecken, betonte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) gegenüber der APA. Österreich habe hier "eine Institution, die in der Scientific Community unzweifelhaft anerkannt ist".

Das dreijährige Budget sei mit seiner "langfristigen finanziellen Sicherheit ganz, ganz wichtig", so FWF-Präsident Christof Gattringer. Er sprach von einer "signifikanten Steigerung des Budgets deutlich über der Inflationsrate". Es steige allerdings auch der Bedarf - etwa angesichts vieler neuer Berufungen an Österreichs Universitäten in den vergangenen Jahren.

Rund die Hälfte des Budgets zwischen 2021 und 2023 soll laut der Vereinbarung in das Rückgrat der Förderung der heimischen Grundlagenforschung, die klassische Projektförderung fließen. Dafür sind rund 388 Millionen Euro über drei Jahre vorgesehen. Eine substanzielle Erhöhung dieser Schiene hatte die Forschungsgemeinde vielfach gefordert.

Über EU-Vergleichswerten

Zuletzt lag die Bewilligungsquote für beim FWF eingereichte Projekte bei rund 25 Prozent. Dass diese nun durch die Budgeterhöhungen "rapid nach oben geht", erwartet Gattringer angesichts steigender Einreichungen "der neuen Generation an Professorinnen und Professoren" aber nicht. Mit den aktuellen Chancen, ein FWF-Projekt auch an Land zu ziehen, liege man teils deutlich über Vergleichswerten in EU-Programmen oder den USA, betonte Faßmann: "Es gibt auch keine umfassende Norm, was eine gute und richtige Bewilligungsquote ist."

84 Millionen des Zuwachses von rund 170 Millionen Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2018 bis 2020 fließen in die kürzlich gestartete Exzellenzinitiative mit dem Titel "excellent=austria". Aus der Taufe gehoben wurde die dreiteilige Initiative mit der Ausschreibung der ersten "Clusters of Excellence" im Frühjahr. Welche der insgesamt 37 Forscherteams, die sich in der ersten Antragsrunde um die Förderung in der Höhe von jeweils bis zu 70 Millionen Euro über zehn Jahre hinweg beworben haben, zum Zug kommen, entscheidet sich Anfang 2023. Dadurch steigt auch das Budget in zwei Jahren stark, so die kaufmännische Vizepräsidentin des FWF, Ursula Jakubek.

Von der Initiative, die auch die beiden Förderschienen "Emerging Fields" (ab 2022) und die "Austria Chairs of Excellence" (ab 2023) umfasst, "erwarte ich mir viel", sagte Faßmann. Die "Clusters of Excellence" seien "letztlich ein Versprechen an wirklich erfolgreiche Forschungsgruppen, die aus mehreren Institutionen kommen". Für diese werde eine neue Form der längerfristigen Finanzierung geschaffen.

Vorlaufzeiten benötigt

Dem Ministerium wäre es laut Gattringer durchaus auch recht gewesen, mit der Initiative schon früher zu starten. Die Forschungseinrichtungen, die sich an genehmigten Clustern mit 40 Prozent der Mittel beteiligen müssen, würden aber eine gewisse Vorlaufzeit benötigen. Gattringer: "Das sind keine kleinen Beträge. Das schüttelt keine Rektorin, kein Rektor aus dem Ärmel."

Mit 25 Millionen Euro jährlich und damit rund zehn Prozent seines Budgets kam ein erklecklicher Anteil der FWF-Mittel aus der mit Ende des vergangenen Jahres ausgelaufenen Nationalstiftung. Für heuer erhielt man eine Überbrückungsfinanzierung vom Ministerium. Die Verhandlungen mit dem Finanzministerium um die Nachfolgekonstruktion unter dem Titel "Fonds Zukunft Österreich" seien "ein zäher Prozess, das kann man nicht verheimlichen", sagte Faßmann: "Zur Akzentuierung von bestimmten forschungspolitisch relevanten Maßnahmen benötigen wir diesen Fonds." Die künftige Dotation sollte sich in der Größenordnung jener rund 140 Millionen Euro bewegen, die die Nationalstiftung hatte. (apa)