Mit einem Empfang des israelischen Präsidenten Yitzhak Herzog ist vor wenigen Tagen die 13. Mars-Simulation des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) zu Ende gegangen. Dort habe man bilaterale Folgekooperationen besprochen, gab der ÖWF in einer Aussendung am Montag bekannt. Mehr 200 Forschende aus 25 Ländern waren an der Mission "AMADEE-20" in der Negev Wüste beteiligt. Die sechs "Analog-Astronauten", darunter ein Tiroler, waren drei Wochen lang vollkommen auf sich gestellt.

Für den Isolationsteil der Mission lebten die sechs Forschenden - eine Frau und fünf Männer aus sechs unterschiedlichen Ländern - in einem eigens von D-MARS für die Mission gebauten Habitat im Ramon-Krater, dem größten Erosionskrater in der Negev Wüste im Süden von Israel. Es war die erste Feldsimulation, in der die Analog-Astronauten komplett in Isolation agierten. Ein Team von fünf bis zehn Leuten leistete in der Nähe des Habitats Unterstützungsarbeit - ohne dabei mit den Astronauten in Kontakt zu treten.

Tests der "Explorationskaskade" erfolgreich

Ziel der Mission war es, die Arbeit von Astronauten in marsähnlichen Umgebungen zu erforschen - in Kombination mit Robotern und modernster Technik. Es sollten aber nicht nur neue Technologien erprobt werden, Analogforschung suche auch nach Schwachpunkten und Fehlern in den Arbeitsabläufen, hatte der Tiroler Physiker Robert Wild der APA vor Beginn der Mission im Interview erzählt. Alon Tenzer, israelischer Astronaut sprach im Anschluss der Mission von einem "perfekt zusammengestellten Team" und "ausgezeichneter Vorbereitung". "In der Isolationsphase sind wir in Sachen Arbeitsintensität sicher an die Grenzen des Machbaren gegangen", meinte Tenzer.

Tests der vom ÖWF entwickelte "Explorationskaskade", bei der zunächst Drohnen, dann Roboter und schließlich die Analog-Astronauten für die Erforschung des Testgeländes zum Einsatz kommen, seien erfolgreich verlaufen, berichteten die Verantwortlichen. "AMADEE-20 hat uns dem Roten Planeten wieder ein Stück nähergebracht", resümierte ÖWF-Direktor Gernot Grömer.

Die bei den Experimenten gewonnene Daten würden in den kommenden Monaten von den beteiligten Forschungsinstitutionen aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Israel, Italien, Portugal, Schweden, den USA und dem Vereinigten Königreich ausgewertet und die Ergebnisse in Fachzeitschriften veröffentlicht. Nebst wissenschaftlicher Erkenntnisse verwies Grömer auf das große internationale Medieninteresse. Damit etabliere man "die Marke 'Rot-Weiß-Rot' weltweit", fand der ÖWF-Direktor und betonte: "Wir zeigen damit nicht nur, dass Österreich einen fixen Platz in der Weltraumforschung hat, Österreich wird damit auch für die internationale F&E-Branche sowie Investoren interessant".(apa)