Junge Riesenplaneten erreichen ihre endgültige Größe offenbar schon in den ersten Millionen Jahren ihrer Entwicklung. Das fand ein internationales Forscherteam bei der Messung der Massen von zwei Riesenplaneten heraus, die den jungen sonnenähnlichen Stern "V1298 Tau" umkreisen, wie das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) mitteilte.

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, "eine solidere Vorstellung von der frühen Entwicklung von Planetensystemen wie dem unseren zu gewinnen". Das untersuchte Planetensystem um den Stern "V1298 Tau" ist mit 20 Millionen Jahren vergleichsweise jung. Der sonnenähnliche Stern wird von zwei Riesenplaneten umkreist, die 2019 mittels Daten des Kepler-Weltraumteleskops der NASA entdeckt wurden. Die Masse solcher jungen Riesenplaneten war demnach bisher noch unbekannt.

Das untersuchte Planetensystem um den Stern "V1298 Tau" ist mit 20 Millionen Jahren vergleichsweise jung. Der sonnenähnliche Stern wird von zwei Riesenplaneten umkreist, die 2019 mittels Daten des Kepler-Weltraumteleskops der NASA entdeckt wurden. 
- © apa /dpa, Jens Kalaene

Das untersuchte Planetensystem um den Stern "V1298 Tau" ist mit 20 Millionen Jahren vergleichsweise jung. Der sonnenähnliche Stern wird von zwei Riesenplaneten umkreist, die 2019 mittels Daten des Kepler-Weltraumteleskops der NASA entdeckt wurden.

- © apa /dpa, Jens Kalaene

Die Forschenden bestimmten ihre Masse anhand von Radialgeschwindigkeitsmessungen von Teleskopen auf La Palma, in Südspanien und auf Teneriffa, darunter auch das Stella-II-Teleskop des AIP. "Seit vielen Jahren deuten theoretische Modelle darauf hin, dass Riesenplaneten ihre Entwicklung als größere Körper beginnen und sich dann über hunderte Millionen oder sogar Milliarden von Jahren zusammenballen", erklärte Víctor J. Sánchez Béjar, Mitautor der Arbeit. "Wir wissen jetzt, dass sie in sehr kurzer Zeit eine ähnliche Größe wie die Planeten unseres Sonnensystems erreichen können."

Die Untersuchung solch junger Planetensysteme gibt Forschenden Aufschluss darüber, was in den Kinderschuhen unseres Sonnensystems geschah. Unklar ist bisher, ob die Entwicklung von "V1298 Tau" und seiner Planeten derjenigen der meisten Planeten ähnelt oder ob es sich um eine Ausnahme handelt.

"Wenn dies der Normalfall wäre, würde dies bedeuten, dass die Entwicklung von Planeten wie Jupiter und Saturn ganz anders verlief, als wir denken", erklärte Mitautor Nicolas Lodieu. Die Ergebnisse tragen daher dazu bei, eine solidere Vorstellung von der frühen Entwicklung von Planetensystemen wie dem unseren zu gewinnen.(apa/afp)