Eine renommierte belgische Auszeichnung hat der Grazer Schwarmforscher Thomas Schmickl erhalten: Der Zoologe (geb. 1969) wurde mit dem "Prix Agathon de Potter", den die Königliche Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien verleiht, ausgezeichnet, teilte die Universität Graz mit. Schmickl und sein Team erforschen in Graz seit zwei Jahrzehnten soziale Insekten, wie zum Beispiel Bienen, und andere natürliche Schwarmsysteme.

Schmickl hat vor rund 15 Jahren das "Artificial Life Lab" an der Universität Graz gegründet und versucht seither in einem Team aus Biologen, Informatikern und Simulationsspezialisten unterschiedliche natürliche Prozesse aus den Schwarmsystemen der Tierwelt zu simulieren und in die Robotik zu übertragen. Das Verhalten von Insekten und ganz speziell Bienen ist für die Grazer Forscher besonders interessant: Als Schwarm können die kleinen Brummer nämlich Aufgaben lösen, die für die meisten Individuen zu schwierig sind. Ihr Ziel ist es, neue und großflächig verteilte, adaptive Umweltmonitoring-Systeme zu entwickeln und Ökosysteme durch diese Technologien zu unterstützen.

Für seine langjährigen Forschungen zu diesen Themen hat Schmickl vergangene Woche den seit dem Jahr 1919 vergebenen "Prix Agathon de Potter de Biologie" erhalten. Die Akademie wurde 1769 im Auftrag von Kaiserin Maria Theresia und Karl Alexander von Lothringen gegründet und zeichnet verdienstvolle Wissenschafter und Wissenschafterinnen in den Natur-, Geistes-, Sozial- und Politikwissenschaften sowie der Künste in ganz Europa aus. Der Preis wurde pandemiebedingt im Rahmen einer Online-Veranstaltung vergeben. (apa)