Auf einem "sehr guten Weg" wähnt Peter Aufreiter, Generaldirektor des Technischen Museum Wien (TMW), sein Haus. Nach dem Corona-bedingten Besuchereinbruch im Jahr 2020 verzeichnete man 2021 wieder ein Plus um 15 Prozent auf 207.000 Gäste, hieß es bei der Jahrespressekonferenz am Dienstag. Als neue Sonderschau startet im Herbst "BioInspiration. Innovation nach dem Vorbild der Natur".

Das heurige Jahr stehe neben der aus den spanischen Granada kommenden Schau auch im Zeichen von Umgestaltungen größerer Ausstellungsbereiche. So habe er kurz nach seinem Amtsantritt von zwei Jahren festgestellt, dass man die österreichische Industrie anders präsentieren müsse, erklärte Aufreiter. Das gelte auch für jene Teile der Dauerausstellung, die physikalische Grundlagen vermitteln. Man befinde sich mitten in den "größten Umbaumaßnahmen seit der Neueröffnung" des TMW vor mehr als 20 Jahren. Dafür gebe es Sondermittel vom Kulturministerium in der Höhe von 3,4 Millionen Euro, die auch in die Erarbeitung einer Dauerausstellung zum Thema "Klimawandel" fließen sollen.

Bis in den Sommer reichen die Sonderausstellungen "Künstliche Intelligenz?" und "Foodprints". Letztere macht sich im Anschluss auf den Weg in andere Häuser. Das TMW legt außerdem einen inhaltlichen Fokus auf den neu gestalteten Ausstellungsbereich "Space" mit Objekten von Österreichs einziger Weltraummission "Austromir", Raumfahrt-Unternehmen und der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA.

Natur und Elektropop

Einblicke in die heimische Forschung soll ein neuer "Science Corner" ermöglichen. In Kooperation mit der Technischen Universität (TU) Wien können hier die kleineren Besucher erfahren, "woran die Großen forschen", sagte Aufreiter. Inspiration soll auch der "Innovation Corner" bieten. Hier präsentieren Start-up-Agenturen die innovativsten Firmen in ihrem Förderbereich. Ab Herbst 2022 kann man auch in die neue "Music-Lounge" im TMW abtauchen, wo es um österreichische elektronische Musik gehen wird. Gestartet ist man kürzlich zudem mit einer "Digitalen Sammlung", in der sich vieles um die Frage dreht, wie man Software von heute so aufbewahren kann, dass sie auch in Zukunft erfahrbar bleibt.

Im ersten Pandemiejahr 2020 sank die Zahl der Besucher von 430.000 (2019) auf 179.000. Rein auf die Tage gerechnet brachte auch 2021 ein kleines Minus pro geöffnetem Tag, so die wirtschaftliche Geschäftsführerin Karin Skarek. Durch die Unterstützungen seitens der Republik und indem "eisern gespart" worden sei, konnte die Belegschaft aber gehalten werden. Einer gewissen Flaute in Sponsoring und Fundraising trete man etwa mit neuen "Objekt-Patenschaften" entgegen.