Die Bauanleitungen sämtlicher Tiere besteht aus universellen Modulen, die sich seit 600 Millionen Jahren kaum veränderten, berichtet der Wiener Evolutionsbiologe Oleg Simakov mit Kollegen. Sie wurden jedoch immer wieder neu kombiniert - dadurch entstanden unterschiedlichste Lebewesen wie Korallen, Schnecken, Vögel und Säugetiere. Auch das menschliche Erbgut könne man in diese "urzeitlichen Elemente" zerlegen, so die Forscher im Fachjournal "Science Advances".

Ein Team um Simakov, der am Department für Neurowissenschaften und Entwicklungsbiologie der Universität Wien arbeitet, verglich die Erbgut-Bände (Chromosomen) der verschiedensten Tiere und fand heraus, dass jede Tierart fast die gleichen, immer wieder vorkommenden Chromosomeneinheiten besitzt.

Erfindung der Tierwelt

Von Korallen bis zum Menschen verfügt jede Tiergruppe aber über eine "einzigartige Kombination" dieser Elemente, die sämtliche Nachfahren auszeichnet und sie für alle Zeiten von anderen Gruppen unterscheidet, so Simakov. Haben sie sich einmal neu gemischt, könnten die chromosomalen Elemente nie wieder zu ihrem ursprünglichen, getrennten Zustand zurückkehren. Dieses System ist eine Erfindung der Tierwelt.