Das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg (NÖ) startet eine Fundraisingkampagne, mit der es in fünf Jahren 100 Millionen Euro Spenden sammeln möchte. Damit soll ein Kapitalstock aufgebaut werden, aus dessen Erlösen langfristig die Grundlagenforschung und Ausbildung am ISTA mitfinanziert wird. Initialzündung dieses sogenannten "Endowments" ist die Hinterlassenschaft einer 2021 verstorbene Unternehmerin, die dem ISTA rund 25 Millionen Euro vermacht hat.

Das ISTA ist nach eigenen Angaben die erste Forschungseinrichtung in Österreich, die eine sogenannte "Capital Campaign" startet. Solche Fundraisingkampagnen mit ambitioniert gesteckten Zielen seien ein gängiges und traditionsreiches Mittel renommierter Forschungseinrichtungen wie der Universität Stanford, der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) Zürich oder dem Weizmann Institut, teilte das ISTA am Donnerstag mit. Damit soll ein Kapitalstock aufgebaut werden, um unabhängige, an Exzellenz orientierte Forschung und Ausbildung zu sichern.


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Typisches Element großer "Capital Campaigns" ist eine maßgebliche Spende, die die Kampagne sichtbar einleitet. Einen solchen sogenannten "anchor donor" hat das ISTA in Magdalena Walz gefunden. Die 1924 in Wien geborene Unternehmerin starb 2021 und hinterließ dem ISTA in ihrem Testament ihr gesamtes Vermögen in Höhe von rund 25 Mio. Euro. Zu ihren Lebzeiten habe es nie eine persönliche Verbindung zum ISTA gegeben, erklärte der Leiter der Stakeholder Relations am ISTA, Oliver Lehmann, gegenüber der APA. Auf das Institut sei sie durch Empfehlung ihres Steuerberaters aufmerksam geworden und habe dessen Entwicklung in den vergangenen Jahren laufend verfolgt.

"Wir sind Frau Walz unendlich dankbar. In ihrem Fall gilt besonders, dass der Wert einer Spende den eigentlichen Betrag bei weitem übersteigt, weil damit ihre Wertschätzung für das in Österreich einmalige Modell des ISTA - Exzellenz und Unabhängigkeit - zum Ausdruck kommt", erklärte ISTA-Präsident Thomas Henzinger. Zum Dank hat das Institut seine erste Widmungsprofessur nach ihr benannt: Der seit 2010 am ISTA tätige Neurowissenschafter Peter Jonas wird zum "Magdalena Walz Professor for Life Sciences" ernannt.

Henzinger sieht Vorteile im Kapitalstock-Modell: Während herkömmliche Spenden einmal eingenommen und dann ausgegeben werden, komme es durch das "Endowment" zu einer "ewigen Veranlagung, deren Erlöse der Forschung und gleichzeitig der kontinuierlichen Erhöhung des Kapitals zu Gute kommen". Dazu komme der "Extra-Bonus", dass Spenden an das ISTA vom Bund verdoppelt werden. "Gekoppelt mit einer möglichen steuerlichen Abschreibung für den Spender kann das einen Hebel von 1:4 ergeben", so Henzinger.

Beim "Endowment" erfolgt die Verdoppelung dann, wenn Beträge für wissenschaftliche Zwecke ausgeschüttet werden. Bisher hat das ISTA rund 20 Millionen Euro an Spenden eingeworben. Die "Capital Campaign" wurde Mittwoch Abend in Wien bei einer Gala gestartet. Unter dem Titel "Be a Giant" berät ein Team um Lehmann potenzielle Spender. (apa)