Wien. Pandemiebedingt verschoben, feierte das Grazer Institut für Weltraumforschung am Dienstag seinen 50. Geburtstag. Seit 1971 bringt es Österreich erfolgreich ins All. Mit wissenschaftlichem Know-how und hochpräzisen Instrumenten trägt das größte Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften an Bord zahlreicher Raumsonden zur Erforschung des Universums bei. Im Grazer Center of Science Activities ist bereits seit Dezember die Ausstellung "Mission Impossible" zu seiner Geschichte zu sehen.

Im Juli 1969 erlebte die Weltraumforschung mit der ersten bemannten Mondlandung einen Aufschwung. Damals startete auch das erste österreichische Messgerät an Bord einer Forschungsrakete ins All. Zwei Jahre später erfolgte die Gründung des IWF in Graz, wo die Weltraumforschung auf eine neue wissenschaftliche Basis gestellt werden sollte.

Heute entwickelt das Institut weltraumtaugliche Geräte, mit denen es misst, analysiert und interpretiert, was sich in den weiten des Universums abspielt. Im vergangenen halben Jahrhundert war das IWF an mehr als 40 Weltraummissionen beteiligt. Dafür entwickelte es mehr als 100 Fluginstrumente. Weltraumtechnologie aus Graz flog bereits mit der Mission "Cassini/Huygens" zum Saturn und seinen Monden, mit der "Rosetta"-Mission erstmals auf einen Kometen und fliegt mit "BepiColombo" zum Merkur. An Bord von "Juice" startete es zu den Eismonden des Jupiter und mit "Plato" wird das IWF Planeten außerhalb unseres Sonnensystems erforschen.

Seit 2000 an einem Standort

Seit Oktober 2021 leitet die deutsche Astrophysikerin Christiane Helling das Institut und steht damit an der Spitze eines Teams von rund 100 Mitarbeitern aus 20 Nationen - aufgeteilt auf acht Forschungsgruppen.

Mit Helling verlagerte sich der Forschungsschwerpunkt des IWF verstärkt in Richtung Exoplaneten. Ihre Erkundung führt die Wissenschaft in ferne Welten, die Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Mehr als 5.000 Exemplare wurden bisher entdeckt und täglich werden es mehr.

Das Institut war lange Zeit auf drei Standorte aufgeteilt. Im Jahr 2000 bündelten sich die Kompetenzen schließlich in Graz unter einem einzigen Dach. "Die Erforschung extrasolarer Planeten erfordert einen fachübergreifenden Ansatz, den wir hier am Institut für Weltraumforschung auf den fundamentalen Arbeiten zu Objekten unseres Sonnensystems auf- und ausbauen werden", betont Helling.

Die Leistungen des Instituts für Weltraumforschung haben wesentlich dazu beigetragen, dass sich Österreich in den vergangenen 50 Jahren zu einem international anerkannten und bedeutenden Weltraumstandort entwickelt hat. Dieser Erfolg wurde am Dienstag mit prominenter Besetzung gefeiert.(gral)