An seinem 103. Geburtstag ist der britische Wissenschafter James Lovelock am 26. Juli gestorben. Lovelock war der Mit-Urheber der sogenannten Gaia-Hypothese. Seine Ideen bilden eine Grundlage für die grüne Bewegung.

Die Gaia-Theorie gilt als wichtiger Beitrag zur Ökologie. Sie besagt, dass die Erde als ein sich selbst regulierender Organismus fungiert, der aus all seinen Lebensformen besteht. "Viele Menschen halten es für unsere wichtigste Aufgabe, den Planeten zu retten, aber das ist mit Sicherheit vermessen", sagte Lovelock einmal. Wir seien zwar eine mächtige Spezies, aber Teil eines noch viel mächtigeren Systems. Unsere wichtigste Aufgabe sei vielmehr, uns selbst zu retten - damit verbunden sei die Verantwortung für die Lebewesen und Ökosysteme der Erde, auf denen unser Leben nun einmal basiere.

Geboren 1919, arbeitete der Chemiker, Biophysiker und Mediziner in den 1960er-Jahren als freier Wissenschafter für die US-Weltraumbehörde NASA. Später wies er nach, dass sich die vom Menschen hergestellten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) bereits in der gesamten Atmosphäre ausgebreitet hatten. Früh warnte der Brite vor den Folgen des Klimawandels. Die Zeitung "Guardian" würdigte, Lovelocks Entdeckungen hätten "einen immensen Einfluss auf unser Verständnis der globalen Auswirkungen der Menschheit und auf die Suche nach außerirdischem Leben" gehabt. Wegen seiner Unterstützung für Atomkraft und Fracking wurde er aber von anderen Ökologen kritisiert. (dk/apa)